25 Jahre nach dem 11. September spielt das Terrornetzwerk al-Qaida in der arabischen Welt kaum noch eine Rolle. Die Region beschäftigt heute vor allem die Palästinafrage.

E in Vierteljahrhundert nachdem 19 Attentäter in die Flugzeuge stiegen, um ihre tödliche Mission im Auftrag des Terrornetzwerks al-Qaida zu erfüllen, ist die Nahostregion eine andere. Al-Qaida und deren Konkurrenten und Nachfolger vom IS, dem sogenannten Islamischen Staat, haben ihren Zenit lange überschritten. Ihre Idee, mit Militanz und einer islamischen Steinzeit-Ideologie die Region verändern zu wollen, ist gescheitert.

Man darf nicht vergessen: Bevor sich al-Qaida gegen den Westen richtete, bekämpfte es die arabischen Regimes in der Region, die es als unislamisch brandmarkte, und ihre Gesellschaften. In der westlichen Nabelschau wird gerne vergessen, dass die mit Abstand meisten Opfer des militanten Islamismus selbst Muslime in der Region waren.

Ein Vierteljahrhundert nach 9/11 ist klar, dass eine große Mehrheit der Menschen in der Region islamistische Militanz ablehnt. Mit einer Ausnahme: wenn sie sich gegen eine als illegitim empfundene Besatzungsmacht richtet, sei es gegen die US-Besatzung des Irak oder die israelische Besatzung im Westjordanland, in Gaza oder im Südlibanon.