Überforderung und fehlende Kontrolle: Oppositionspolitiker machen die Bundesregierung für die riskanten Fondsgeschäfte der Krankenkassen mitverantwortlich. Die Stiftung Patientenschutz verlangt Aufklärung.

11.09.2026, 10.26 Uhr

Krankenkassenkarten (Symbolbild)

Die gravierenden Fehlinvestitionen der gesetzlichen Krankenkassen haben für Kritik aus Regierung und Opposition gesorgt. Vertreter von Kassen und Ärzten hätten wie waghalsige Hedgefondsmanager agiert, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Dirk Wiese, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das sei eine Wette zulasten der Versicherten, die aufgeklärt werden müsse. Wiese forderte, die hohe Zahl von Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen zu »überdenken« und zu verringern.

Die Stiftung Patientenschutz verlangte einen vollständigen »Kassensturz« zu den Fehlinvestitionen. Geklärt werden müsse auch, »warum der Bund und die Länder bei der Kontrolle der riskanten Investments versagt haben«.Paula Piechotta, Ärztin und Gesundheitspolitikerin bei den Grünen, sprach von einem grundlegenden Problem. Viele Kontrollmechanismen würden erst greifen, »wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist und Schäden für den Beitragszahler nicht mehr verhindert werden können«, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Vermutlich seien die betroffenen Krankenkassen überfordert gewesen und hätten sichere nicht von unsicheren Geldanlagen unterscheiden können.