So viele Pleiten wie seit 2013 nicht mehrDie Atempause war kurz: Im Juni ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland wieder deutlich gestiegen. Die leichte Entspannung aus dem Mai setzte sich nicht fort. Die Amtsgerichte registrierten 2.266 Anträge auf Unternehmensinsolvenzen und damit 15,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen legte zu und stieg um 5,1 Prozent auf 6.839 Fälle.Für das erste Halbjahr 2026 ergibt sich damit eine Gesamtzahl von 12.812 beantragten Unternehmensinsolvenzen. Einen höheren Wert für ein erstes Halbjahr hatte es laut Destatis zuletzt im Jahr 2013 gegeben. Zum Vorjahreszeitraum war es eine Steigerung um 6,7 Prozent. Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich in den ersten sechs Monaten auf rund 18,5 Milliarden Euro nach 28,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Das bedeutet, dass im laufenden Jahr kleinere Verfahren angemeldet werden. Bezogen auf 10.000 Unternehmen wurden im ersten Halbjahr 36,2 zahlungsunfähig. Besonders häufig waren Unternehmensinsolvenzen im Bereich Verkehr und Lagerei (71,6 Fälle auf 10.000 Betriebe) sowie im Gast- und Baugewerbe (59,6 und 53,4 Fälle).Destatis weist darauf hin, dass Insolvenzanträge erst nach einer ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik eingehen und der tatsächliche Antrag deshalb oft rund drei Monate zurückliegt. Gericht: TikTok hat Nutzer in Texas bei Jugendschutz getäuschtEin Richter im US-Bundesstaat Texas hat entschieden, dass TikTok gegen das dortige Verbraucherschutzgesetz verstoßen hat. Demnach hat die Videoplattform Nutzer über die Wirksamkeit ihrer Inhaltsfilter für Minderjährige und des „Eingeschränkten Modus“ zum Schutz von Kindern vor ungeeignetem Material getäuscht. Der Bundesstaat Texas hatte im Januar 2025 Klage gegen TikTok eingereicht. Eine Stellungnahme von TikTok lag zunächst nicht vor.Dem Urteil zufolge hatte Texas argumentiert, TikTok habe Nutzern versichert, Inhalte zu entfernen, die gegen die Richtlinien des Unternehmens verstoßen. Intern habe das Unternehmen jedoch einen Teil dieses Materials als „schwer auffindbar“ statt als „nicht erlaubt“ eingestuft, weshalb es auf der Plattform verblieb. Richter Cory Liu urteilte, dass diese Praxis gegen das Gesetz verstößt. Er erklärte zudem, der „Eingeschränkte Modus“ funktioniere nicht wie versprochen. Der Fall werde nun vor Gericht verhandelt, wo über das Strafmaß entschieden werde, teilte das Büro des texanischen Generalstaatsanwalts Ken Paxton mit.TikTok hatte sich erst im August darauf geeinigt, drei US-Klagen beizulegen. Darin hatten Jugendliche den Social-Media-Unternehmen vorgeworfen, ihre Plattformen gezielt süchtig machend zu gestalten und die psychische Gesundheit zu schädigen. Unabhängig davon hatte sich Meta im August bereit erklärt, zur Beilegung ähnlicher Klagen in den USA bis zu 18 Milliarden Dollar zu zahlen. Oracle beruhigt Anleger Der US-Softwarekonzern Oracle hat mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen der Wall Street übertroffen und Sorgen der Anleger über die hohen Kosten seiner KI-Investitionen zerstreut. Der SAP-Rivale wies einen überraschend hohen Auftragsbestand aus und gab weniger Geld aus als befürchtet. Dies gab den Investoren die Zuversicht, dass sich die milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren auszahlen, ohne die Bilanz zu stark zu belasten. Die Aktie, die in diesem Jahr mehr als 21 Prozent an Wert verloren hatte, legte im nachbörslichen Handel um vier Prozent zu.Entscheidend für die positive Reaktion der Anleger war, dass Oracle weniger Geld ausgab als von Analysten erwartet. Der negative freie Cashflow lag im ersten Geschäftsquartal bei 5,40 Milliarden Dollar, während Experten mit einem Abfluss von 9,56 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Von den Kapitalausgaben in Höhe von 28,50 Milliarden Dollar wurde zudem ein erheblicher Teil von rund 11,36 Milliarden Dollar durch Vorauszahlungen von Kunden gedeckt. „Die neue Offenlegung der Kundenvorauszahlungen ist ein sehr positives Signal“, sagte Bill Birmingham, Geschäftsführer von REX Financial.Fabian DrahmouneKI-Firma Anthropic meldet Aktivitäten rund um mögliche Biowaffen-ForschungDie KI-Firma Anthropic hat in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben mehrere Versuche von Forschern unterbunden, verschiedene Modelle ihrer Software Claude rund um die mögliche Entwicklung von Biowaffen zu nutzen. Zugleich schränkte der Konkurrent des ChatGPT-Entwicklers OpenAI ein, dass die Ziele solcher Anfragen schwer zu ermitteln seien, da entsprechende Forschung sowohl medizinischen als auch militärischen Zwecken dienen könne. Auf jeden Fall zeigten die Versuche aber, dass Wissenschaftler aus blockierten Regionen und mit Verbindungen zu dortigen staatlichen Stellen versuchten, heimlich auf Künstliche Intelligenz amerikanischer Entwickler zuzugreifen, hieß es. Weder die Forschungseinrichtungen noch die Länder, aus denen sie stammen, wurden genannt.Anthropic führte in einem ausführlichen Bericht über versuchten Missbrauch seiner KI-Modelle fünf Fälle mit Bezug zu möglicher Biowaffen-Forschung auf. Dabei hätten die Forscher nicht konkrete wissenschaftliche Hilfe gesucht, sondern eher organisatorische Unterstützung, etwa beim Verfassen von Papieren. KI-Modelle sind grundsätzlich darauf getrimmt, Hilfestellung bei der Entwicklung biologischer Waffen zu verweigern. Bei Forschung, die sowohl der Medizin als auch militärischen Zwecken dienen könne, sei es manchmal aber schwierig, eine klare Trennlinie zwischen harmlosen und bösartigen Absichten zu ziehen, erklärte Anthropic.Fabian DrahmouneKI-Firma Anthropic wirft chinesischen Rivalen Schummelei vorDie KI-Firma Anthropic wirft chinesischen Rivalen vor, Anfragen von Nutzern heimlich zu ihr umgeleitet zu haben, statt sie mit der eigenen Software zu beantworten. Dadurch seien zum Teil auch Daten staatlicher Stellen aus China und Russland in Systemen der US-Firma gelandet, schrieb Anthropic in einem ausführlichen Bericht zu Versuchen unerlaubter Nutzung. So habe jemand Aufnahmen von Überwachungskameras unter anderem aus der Umgebung von Standorten der chinesischen Armee hochgeladen, mit dem Ziel, das Verhalten einer bestimmten Person in den Videos zu analysieren. Der Nutzer ging dabei davon aus, dass die Anfrage von der chinesischen KI-Software Kimi der Firma Moonshot ausgeführt wird. Kimi ließ sie jedoch von Anthropics Claude erledigen, wie es in dem Bericht hieß.Allein in einem Zeitraum von zehn Tagen habe Kimi fast 300.000 Kundenanfragen von Claude beantworten lassen, schrieb Anthropic. Dafür sei ein Netzwerk aus 5.380 Fake-Accounts genutzt worden.Auch die noch bekanntere chinesische KI DeepSeek fiel laut Anthropic mit solchen Tricks auf. Das habe unter anderem dazu geführt, dass zur US-Firma Anfragen mit Daten einer Behörde aus dem Umfeld des russischen Verteidigungsministeriums umgeleitet wurden. Darin enthalten gewesen seien auch gültige Einwahldaten für eine Datenbank der russischen Regierung.Emirate wollen 40 Milliarden Euro in Deutschland investierenEin Staatsbesuch von Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan in Deutschland macht Hoffnung auf einen Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen. Der Staatschef der Vereinigten Arabischen Emirate traf laut Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Deutschland und die Emirate vereinbarten demnach die Gründung eines deutsch-emiratischen Investitionsrats. Es gehe um Zusammenarbeit auf den Feldern Wirtschaft, Energie und Umwelt. Am Freitag wird Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan in München von Ministerpräsident Markus Söder erwartet. Laut Nachrichtenagentur dpa-AFX brachte der Besuch auch eine Erlaubnis für die Fluggesellschaft Emirates, den Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) anzusteuern. Es gehe um sieben Flüge pro Woche. Der Flughafen BER gelte schon lange als Wunschziel von Emirates, auch wenn er in der Vereinbarung nicht explizit genannt werde. Erdgas so teuer wie zu Beginn des UkrainekriegsDie Angst vor Engpässen im Winter lässt den Preis für Erdgas in Europa laut Nachrichtenagentur "Bloomberg" auf den höchsten Stand seit 2022 schießen. Hintergrund ist der Irankrieg, der den Nachschub ins Stocken bringt. Die deutschen Gasspeicher sind laut Bloomberg nur zu 55 Prozent gefüllt. Auch der Ölpreis ist am Donnerstag stark gestiegen, nachdem irantreue Rebellen im Jemen eine wichtige Hafenstadt erobert hatten. Die Hoffnung auf eine Entspannung in der für die weltwirtschaftlich wichtigen Öl- und Gasförderregion ist damit fürs Erste dahin. US-Präsident Donald Trump sagte laut Bloomberg, der Krieg werde nicht vor den amerikanischen Zwischenwahlen im November enden. Damit will er offenbar demonstrieren, dass er trotz innenpolitischen Drucks bei seiner harten Linie bleibt. Diskriminierung: Gericht weist Grenzen für Entschädigung auf Wird ein Bewerber im Einstellungsverfahren diskriminiert, muss der Arbeitgeber bei einer Absage für den späteren Verdienstausfall aufkommen. Ein solcher Anspruch auf Entschädigung besteht aber nicht unbedingt lebenslang, wie das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt am Donnerstag mitteilte. Obwohl das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz keinen zeitlichen Rahmen vorgibt, kann das Recht auf Entschädigung unter bestimmten Voraussetzungen verfallen, schreibt die Nachrichtenagentur AFP.Geklagt hatte ein Mann, der im Jahr 2009 bei der Bewerbung auf eine Trainee-Position bei der R+V Versicherung diskriminiert worden war. Das Landesarbeitsgericht Hessen verpflichtete den Arbeitgeber schon in einem Urteil von 2018 dazu, dem Mann materiellen und immateriellen Schadensersatz auf Basis des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes zu leisten. Im Zuge eines gerichtlichen Vergleichs einigten sich die Parteien 2021 auf eine Zahlung von 100.000 Euro als Entschädigung für die Jahre 2009 bis 2017. Im aktuellen Urteil forderte der Kläger eine abermalige Entschädigungszahlung für die Jahre 2020 bis 2023. Diese verwehrte das Bundesarbeitsgericht ihm aber und bestätigte damit die Entscheidungen der Vorinstanzen. Die Haftung für den Verdienstausfall des Mannes würde entfallen, sofern kein Zusammenhang zwischen der Benachteiligung und einem vermeintlichen Schaden mehr nachgewiesen werden kann. Dies sei bei dem Kläger der Fall. Der Anspruch auf eine weitere Entschädigung bestehe nicht länger, weil der Bewerber mittlerweile eine neue angemessene Beschäftigung gefunden habe, in der er fest verankert sei. Die weitere berufliche Entwicklung des Mannes sei daher nicht mehr durch die damalige Benachteiligung geprägt, sondern gehöre zum allgemeinen Lebensrisiko, erklärte das BAG (Az. 8 AZR 153/25). Vierter KI-Cybersicherheitsvorfall bei AnthropicAnthropic hat einen vierten Cybersicherheitsvorfall mit einer frühen Version seines KI-Modells Claude gemeldet. Wie die Entwicklerfirma in einem Blogbeitrag mitteilte, ereignete sich der Zwischenfall im Januar mit einer Vorabversion von Claude Opus 4.6. Die Betroffenen seien informiert worden, weitere Details nannte Anthropic nicht. Erst im Juli hatte das Unternehmen offengelegt, dass seine Modelle bei Tests in die Systeme von drei Firmen eingedrungen waren. Porsche erlöst eine Milliarde Euro mit Rimac-VerkaufDer Autobauer Porsche AG hat den Verkauf seiner Anteile an Bugatti Rimac und an der Rimac Group aus Kroatien abgeschlossen und erzielt dabei einen Erlös von rund einer Milliarde Euro. Die Transaktion wurde nach der Genehmigung durch die Behörden am Mittwoch vollzogen, wie der Sportwagenbauer in Stuttgart mitteilte. Die entsprechenden Verträge waren im April unterzeichnet worden. Porsche will von dem Erlös 250 Millionen Euro für die weitere Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen verwenden.Porsche sprach von einem weiteren Schritt bei der Fokussierung auf das Kerngeschäft. Die unter einer Absatzkrise in China leidende Volkswagen-Tochter hat den Sparkurs in diesem Jahr verschärft. Bis 2035 werden insgesamt fast 9000 Arbeitsplätze abgebaut, etwa jede fünfte Stelle. Mehrere Randaktivitäten wurden beendet, wie die Batteriezellfertigung, oder verkauft, wie die Unternehmensberatung MHP, die zu einem Unternehmenswert von 320 Millionen Euro an die indische Tata Consultancy geht.Dank des Mittelzuflusses durch den Verkauf der Bugatti-Rimac-Anteile erwartet der M-Dax-Konzern für das Geschäftsjahr 2026 nun eine höhere Netto-Cashflow-Marge im Automobilbereich von 5,5 bis 7,5 Prozent. Zuvor lag die Prognose bei drei bis fünf Prozent. Menschen in Deutschland fahren etwas mehr AutoRund 1900 Mal von der Erde zur Sonne und zurück: Die Menschen in Deutschland haben im vergangenen Jahr 562 Milliarden Kilometer mit Autos zurückgelegt. Das geht aus Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hervor. Demnach stieg die mit Autos zurückgelegte Wegstrecke im Vergleich zu 2024 leicht, damals waren es rund 558 Milliarden Kilometer.Betrachtet man alle in Deutschland zugelassenen Kraftfahrzeuge – also neben Autos unter anderem auch Lastwagen und Motorräder – stieg die Gesamtfahrleistung ebenfalls leicht auf fast 675 Milliarden Kilometer. Das Bundesamt betrachtet für die Statistik seit dem Berichtsjahr 2023 die Differenzen der Kilometerstände zwischen den Hauptuntersuchungen.Italienische Autolobby fordert 80 Prozent EU-Zoll auf chinesische AutosDer italienische Automobilzulieferer-Verband Anfia fordert von der Europäischen Union (EU) drastische Einfuhrzölle auf chinesische Autos und Bauteile. Importe aus China sollten bis zu einer Grenze von acht Prozent der jährlichen Neuzulassungen in Europa zollfrei bleiben, darüber hinaus jedoch mit einem Zoll von 80 Prozent belegt werden, sagte Anfia-Präsident Roberto Vavassori am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir haben größten Respekt vor dem, was die chinesische Industrie erreicht hat“, erklärte Vavassori. „Aber dieser Respekt hat sich nun in Angst verwandelt.“Verstärkt wird die Sorge der Zulieferer in Italien durch die Krise bei Volkswagen. Europas größter Autobauer reduziert unter anderem wegen des Konkurrenzdrucks in China die Produktionskapazität und will weltweit bis zu 50.000 weitere Arbeitsplätze streichen. Von den 4,9 Milliarden Euro Exporten der italienischen Zulieferer nach Deutschland im vergangenen Jahr entfiel etwa eine Milliarde auf Volkswagen. Europa dürfe eine Industrie, die für seine strategische Autonomie unerlässlich sei, nicht verlieren, warnte Vavassori.Die EU erhebt auf chinesische Elektroautos zusätzliche Zölle, die zusammen mit dem Standardzoll von zehn Prozent je nach Hersteller zwischen rund 18 und 45 Prozent liegen. Nach der geltenden Rechtslage werden Zölle in einem umfangreichen Prüfverfahren festgelegt.Ausschreibung für neue Gaskraftwerke deutlich überzeichnet An der ersten Runde des Gebotsverfahrens des Bundes für neue Gaskraftwerke nach dem Strom VKG hat es nach Angaben der Bundesnetzagentur eine rege Beteiligung gegeben. Die Ausschreibung sei „deutlich überzeichnet“, hieß es von der Behörde. Sie wolle die Zuschläge spätestens am 3. November 2026 bekanntgeben. Weil durch den immer höheren Anteil an Erneuerbaren Erzeugungsanlagen im Stromsystem die Versorgungssicherheit auch dann gewährleistet bleiben soll, wenn Wind und Sonne über längere Zeit ausbleiben, sollen in Zukunft die neuen Kraftwerke zum Ausgleich solcher Lücken einspringen. Geplant sind in den kommenden Jahren Ausschreibungen in mehreren Schritten. Die Netzagentur beginne an diesem Mittwoch mit der Prüfung der Gebote, teilte sie weiter mit. Dabei gehe es insbesondere darum, „ob die Bieter alle Teilnahmevoraussetzungen erfüllen und keine Ausschlussgründe vorliegen“. Ausgeschlossen würde ein Gebot für eine Erzeugungsanlage beispielsweise, wenn sie nicht das sogenannte Langzeitkriterium erfüllt, also technisch nicht in der Lage ist, ohne Unterbrechung für mindestens zehn aufeinanderfolgende Stunden Strom in Höhe von mindestens 80 Prozent der installierten Leistung in das Netz der allgemeinen Versorgung einzuspeisen. Fast 80 Euro: Europäischer Gaspreis erreicht höchsten Stand seit Ende 2022Der Preis für europäisches Erdgas hat am Mittwoch angesichts der Zuspitzung der Lage im Nahen Osten seinen Höhenflug fortgesetzt. Erstmals seit Ende 2022 stieg der richtungsweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam bis auf 79,11 Euro je Megawattstunde (MWh). Das waren 1,22 Prozent mehr als am Vortag.Der Konflikt zwischen den USA und Iran um die Kontrolle der Straße von Hormus ist zuletzt weiter eskaliert. Mit dem jüngsten Preissprung ist Erdgas im Großhandel teurer als zu Beginn des Irankriegs, als die Notierung im März kurz über 70 Euro je MWh gestiegen war. Höher war der Preis zuletzt 2022, als er nach einem russischen Lieferstopp infolge des Ukraine-Kriegs zeitweise über 300 Euro gestiegen war.Aktueller Preistreiber ist die Sorge, dass Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) aus den Fördergebieten am Persischen Golf dauerhaft blockiert sein könnten. Eine nachhaltige Öffnung der Straße von Hormus ist nicht in Sicht. An den Finanzmärkten gibt es kaum noch Hoffnung auf eine Verhandlungslösung. Der Gaspreis steigt seit Anfang Juli. Damals hatte er noch bei gut 40 Euro gelegen.Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Business-Liveticker: So viele Pleiten wie seit 2013 nicht mehr | FAZ
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