Kenia will Arbeitsmigranten ohne Joberlaubnis aus dem Land werfen. Die Folge der aufgeheizten Lage: Hass und Hetze gegen Menschen aus Uganda oder Burundi.

Aus Angst vor Übergriffen suchten Tausende Burundier auf dem Grundstück der burundischen Botschaft Schutz

Lucas Mukasa/imago

Sie transportieren Matratzen auf dem Kopf, schultern Reisetaschen und haben Rollkoffer im Schlepptau – täglich kehren hunderte Ugander aus dem Nachbarland Kenia über den Grenzposten zurück in ihr Heimatland. Der Grund: Anfang September hat Kenias Präsident William Ruto verkündet, es würde nicht länger geduldet, dass ausländische Händler oder Straßenverkäufer ohne Arbeitserlaubnis in Kenia Geschäfte tätigen und den Kenianern damit die Jobs wegnehmen. Er setzte zunächst eine Frist von fünf Tagen für Ausländer ohne Arbeitserlaubnis, das Land zu verlassen.

Diese Entscheidung kommunizierte Ruto nach einem Treffen mit Kenias Handelsverband, dem Verband für kleine und mittelständische Unternehmen sowie Kenias Handelsminister Lee Kinyanjui. Dabei wurden zwei Gesetze diskutiert, die im Parlament debattiert wurden und nun von Präsident Ruto unterzeichnet werden müssen. Darunter ist ein Gesetz, das ausländische Investoren verpflichtet, mehrheitlich lokale Rohstoffe einzukaufen und kenianische Arbeitskräfte anzuheuern.