Seit Jahrzehnten gilt die sogenannte Giant-Impact-Hypothese als plausibelste Erklärung für unseren Trabanten. Analysen von alten Apollo-Gesteinsproben stützen die Annahme, dass die junge Erde vor rund 4,5 Milliarden Jahren mit dem Protoplaneten Theia kollidierte. Offen blieb jedoch stets die Frage, wie schnell sich der Mond aus den Trümmern formte. Klassische Modelle gehen von einer rotierenden Trümmerscheibe aus, aus der der Himmelskörper über Monate oder gar Jahre heranwuchs.Anzeige

Neuere Berechnungen deuteten zwar bereits an, dass dieser Prozess deutlich rasanter abgelaufen sein könnte. Eine aktuelle Untersuchung rückt nun jedoch ein bisher übersehenes Detail in den Fokus, das die Mondentstehung in einem gänzlich neuen Licht erscheinen lässt, nämlich die Temperatur und die daraus resultierende geologische Materialfestigkeit der kollidierenden Körper.

Weiches Material formt einen schnellen Begleiter

Das Team um die Planetenforscherin Adeene Denton vom US-amerikanischen Southwest Research Institute in Boulder nutzte für seine Untersuchung die sogenannte Smoothed-Particle-Hydrodynamics-Methode (SPH). Wie die in The Astrophysical Journal Letters veröffentlichte Arbeit detailliert darlegt, simulierten die Wissenschaftler:innen den Einschlag mit bis zu einer Million Datenpartikeln. Bei diesem gitterlosen Verfahren wird die kosmische Materie durch unzählige einzelne Punkte repräsentiert, deren physikalische Zustände das System kontinuierlich berechnet.Anzeige