Neue Nachrichten, die Norwegen bewegen: Nur einen Tag nach der Beisetzung von König Harald V. hat ein Berufungsgericht in Oslo einem Antrag des Sohnes von Königin Mette-Marit stattgegeben. Damit wird der spektakuläre Fall von Marius Borg Høiby um die Verurteilungen wegen Vergewaltigung, häuslicher Gewalt und weiterer Straftaten erneut vor Gericht aufgerollt.Die Causa Høiby hatte sich zu einer echten Belastung für die Monarchie in dem skandinavischen Land entwickelt und auch international Schlagzeilen gemacht.Høiby war am 15. Juni wegen zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht, häuslicher Gewalt und einer ganzen Reihe weiterer Straftaten zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Gegen die Verurteilung wegen der beiden Vergewaltigungen sowie der Misshandlung einer Ex-Freundin hatte der 29-Jährige Berufung eingelegt. Ein Berufungsprozess könnte im kommenden Jahr stattfinden.Dass das Berufungsgericht den Fall nun zur Verhandlung annimmt, bedeutet außerdem, dass auch die Strafzumessung erneut geprüft wird.Sturla Henriksbø, Staatsanwalt in NorwegenIn insgesamt 40 Punkten war der 29-Jährige im Februar angeklagt worden, darunter vierfache Vergewaltigung und Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen, schwere Körperverletzung sowie Drohungen, Drogen- und Verkehrsdelikte. Mette-Marit hatte Høiby mit in die Ehe mit Haakon gebracht Mehr als die Hälfte der Vorwürfe hat Høiby im Laufe der 28 Prozesstage ganz oder teilweise gestanden, keine strafrechtliche Schuld räumte er dagegen bei den deutlich schwereren Punkten der Vergewaltigungen ein, die er stets bestritt. Er war hier in vier Fällen angeklagt gewesen, wurde aber in zweien freigesprochen.„Das Berufungsgericht wird umgehend mit den Vorbereitungen für das Verfahren beginnen“, hieß es in einer Pressemitteilung der Justiz. „Ein Termin für die Berufungsverhandlung steht vorläufig nicht fest.“Høibys Verteidiger Petar Sekulic sagte dem Fernsehsender NRK: „Es ist wie erwartet, dass die Berufung in vollem Umfang zugelassen worden ist.“ Das Berufungsgericht sei offensichtlich anderer Auffassung als die Staatsanwaltschaft bei der Beurteilung der Beweislage gewesen.Dem Bericht zufolge soll die Schuldfrage in Bezug auf die beiden Vergewaltigungsvorwürfe und die Misshandlung in einer engen Beziehung vollständig neu geprüft werden. Zusätzlich würden die damit verbundenen Schadensersatzforderungen verhandelt. Der Verteidiger von Marius Borg Høiby, Petar Sekulic, spricht Mitte Juli zu Journalisten. © Imago/NTB/Javad Parsa „Damit wird der Fall auf Grundlage im Wesentlichen derselben Beweismittel, die dem Bezirksgericht in diesen Punkten vorgelegt wurden und seiner Verurteilung zugrunde lagen, erneut verhandelt“, sagte Staatsanwalt Sturla Henriksbø dem NRK zufolge. „Dass das Berufungsgericht den Fall nun zur Verhandlung annimmt, bedeutet außerdem, dass auch die Strafzumessung erneut geprüft wird.“ Der Staatsanwalt schätzt, dass für die Berufungsverhandlung vier Wochen eingeplant werden sollten.Momentan befindet sich Høiby, den Mette-Marit mit in die Ehe mit dem nun neuen König Haakon gebracht hatte, in Untersuchungshaft. Diese verbringt er aber mit elektronischer Fußfessel im Zuhause der norwegischen Königsfamilie, Gut Skaugum. Nach dem Tod seines Zieh-Opas, des norwegischen Königs Harald V., vor knapp zwei Wochen hatte er mehrfach Ausgang bekommen.Auch an dem Begräbnis des Monarchen am Mittwoch durfte er teilnehmen. Aufsehen in dem Land mit seinen rund 5,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern hatte erregt, dass er auch bei der Prozession der Familie mit dem Sarg des verstorbenen Monarchen im Schloss dabei war..Die Unterstützung für die Monarchie in Norwegen hatte einer Umfrage zufolge im Februar dieses Jahres mit 60 Prozent einen Tiefpunkt erreicht. Dazu hatten Skandale um die Freundschaft der damaligen Kronprinzessin Mette-Marit mit dem Sexualverbrecher Jeffrey Epstein und der Gerichtsprozess gegen Høiby beigetragen.Eine neue Umfrage inmitten der Trauerphase für Harald zeigte eine neue Erhebung, dass das Königshaus wieder mehr Rückhalt hat. 72 Prozent der Befragten unterstützen demnach die Monarchie als Staatsform. Zum Vergleich: Im Mai dieses Jahres waren es nur 64 Prozent.
Berufung von Høiby zugelassen: Sohn der norwegischen Königin Mette-Marit bekommt neuen Prozess
Marius Borg Høiby war im Juni unter anderem wegen zwei Vergewaltigungen zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Dagegen ging der 29-Jährige vor. Wann das neue Verfahren startet, ist noch unklar.










