Zwischen einigen erfreulich klaren Looks und reichlich Stoffdrama blieb vor allem eine Frage: Warum sieht deutscher Red Carpet so oft aus, als müsse er gleichzeitig Opernball, Promi-Hochzeit und Samstagabendshow bedienen?

Im direkten Vergleich untermauert die deutsche Prominenz einmal mehr, dass sie sich auf dem roten Teppich mit echtem Glamour einfach schwertut. Während bei den Filmfestspielen in Venedig, trotz des einen oder anderen Fauxpas, in Sachen Extravaganz und großer Abendgarderobe ordentlich aufgefahren wurde, fällt die Outfitwahl der heimischen TV-Riege beim Deutschen Fernsehpreis ernüchternd aus, um nicht zu sagen: fast beschämend.

In der Regel präsentieren wir in unserer Stilkritik eine ausgewogene Mischung aus Glanzstücken und Fehlgriffen. Diesmal erwartet Sie jedoch eher eine Ansammlung modischer Verirrungen – mit nur sehr seltenen Lichtblicken.

Belanglos: Markus Lanz ist weiter das Gesicht seiner gleichnamigen ZDF-Talkshow und wurde beim Deutschen Fernsehpreis 2026 für sie in der Kategorie „Beste Information“ ausgezeichnet. Seine TV-Brand steht für sachliche Information und genauso sieht sein Outfit aus: ein klassischer dunkler Anzug ohne sichtbares Risiko, makellos bis in die letzte Falte. Das ist nicht falsch, aber eben auch nicht erinnerungswürdig. Weder Top noch Flop, sondern glattgebügelt.