PfadnavigationHomeSportKamila ValievaDer tiefe Fall der Eis-PrinzessinStand: 11:10 UhrLesedauer: 3 MinutenKamila Valieva 2022 bei Olympia in PekingQuelle: picture alliance/AA/Alexander MysyakinDas einstige Eiskunstlauf-Wunderkind Kamila Valieva wollte nach Ablauf ihrer Dopingsperre zurück auf die internationale Bühne. Der Weltverband aber entzieht der Russin den dafür nötigen Status als neutrale Athletin.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenSie war der Star des Eiskunstlaufens: Die Russin Kamila Valieva verzückte eine komplette Szene. Sie galt als Jahrhunderttalent im Eiskunstlauf – dann folgte der dramatische Doping-Eklat bei den Olympischen Winterspielen 2022 von Peking – sie war 15 Jahre jung. Ein Krimi mit Verlierern auf vielen Seiten. Nach vierjähriger Dopingsperre gab Valieva im Februar dieses Jahres dann ihr Wettkampf-Comeback bei den russischen Meisterschaften in Moskau. Nun sollte es für die 19-Jährige auch international wieder auf die Eisflächen gehen. Ob das jedoch tatsächlich geschieht, ist mehr als fraglich: Valieva war zunächst für diese Saison der Status einer neutralen Athletin zuerkannt worden. Dieser wurde ihr nun wegen Bedenken, dass sie möglicherweise gegen die Kriterien verstoßen habe, wieder entzogen. Lesen Sie auchDie Internationale Eislaufunion (ISU) teilte an diesem Donnerstag offiziell mit, dass Valieva zu den vier russischen Eiskunstläufern gehört, die an den Olympischen Spielen 2022 teilgenommen haben und nach Einschätzung der ISU die „Voraussetzungen für eine Teilnahme als individuelle neutrale Athleten“ nicht erfüllen. Bei den anderen drei handelt es sich um Mark Kondratiuk sowie das Eistanzpaar Alexandra Stepanova und Ivan Bukin. Konkrete Gründe wurden in den vier Fällen nicht genannt.„Die ISU wird sich zu den Einzelfällen nicht weiter äußern, solange noch mögliche Rechtsmittel zur Verfügung stehen“, teilte der Verband mit. Valieva und die anderen Eiskunstläufer können innerhalb von drei Wochen beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) Berufung einlegen. Von Valieva oder dem russischen Eiskunstlaufverband gab es zunächst keine Stellungnahme.Der Hintergrund ist folgender: Trotz des seit viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dürfen russische Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufer unter neutralem Status – also ohne staatliche Symbole wie Nationalflaggen, Nationalkleidung und Nationalhymnen – bei Weltmeisterschaften und Grand-Prix-Wettbewerben grundsätzlich wieder starten. Voraussetzung ist, dass die Athleten „zu keinem Zeitpunkt seit Februar 2022 diesen Krieg aktiv und öffentlich unterstützt haben“, hatte die ISU im Sommer erklärt. Der Weltverband hob damit das seit Februar 2022 bestehende Verbot für Aktive sowie Offizielle auf.Der olympische Eis-KrimiDie Aberkennung des neutralen Status wäre der nächste Wendepunkt in der Karriere Valievas. Rückblick: Nach dem Team-Wettbewerb bei den Winterspielen in Peking war eine positive Dopingprobe der Russin bekanntgeworden. Sie war im Dezember 2021 bei den nationalen Meisterschaften positiv auf das verbotene Mittel Trimetazidin getestet worden. Valieva hatte als Erklärung angeführt, dass sie aus demselben Glas wie ihr Großvater getrunken habe. Der Cas sperrte sie rückwirkend für vier Jahre. Da Valieva zu dem Zeitpunkt erst 15 Jahre alt war, galt sie gemäß Welt-Anti-Doping-Code als „geschützte Person“, deren Identität nicht hätte genannt werden dürfen. Die Geheimhaltung misslang. Lesen Sie auchEs begann ein Hin und Her auf der olympischen Bühne, das darin mündete, dass Valieva im Einzel der Frauen trotz allem erstmal antreten durfte – der Aufschrei war groß. Und Russland jubelte. Der Doping-Krimi und Valievas juristisch durchgesetzter Start waren tagelang das beherrschende Thema der Spiele. In ihrer Kür patzte das Wunderkind dann gleich mehrfach, stürzte und fiel von Rang 1 auf Rang 4 zurück. Inzwischen ist die Dopingsperre abgelaufen. mel mit afp
Kamila Valieva: Der tiefe Fall der Eis-Prinzessin - WELT
Das einstige Eiskunstlauf-Wunderkind Kamila Valieva wollte nach Ablauf ihrer Dopingsperre zurück auf die internationale Bühne. Der Weltverband aber entzieht der Russin den dafür nötigen Status als neutrale Athletin.













