Befragungen in Sachsen-Anhalt sollen zeigen, dass vor allem Migration die Wählenden der AfD zutreibt. Aber die Realität ist wohl deutlich komplexer.
Gemischte Signale: ein Auto in Sachsen-Anhalt
Daniel Biskup
Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt ringt die gesellschaftliche Linke um die Deutung des Debakels – und um die sich ergebenden Schlüsse für den Kampf gegen rechts. Im Zentrum steht die Frage, ob der rechte Höhenflug als Folge sozialer Ungleichheit und wahrgenommener Benachteiligung gedeutet wird oder als rassistischer Reflex auf Migration. Die Umfrage, auf die sich beide Seiten beziehen, legt bei genauerer Betrachtung nahe: Beides stimmt wohl und ist auch nicht klar voneinander zu trennen.
Es geht dabei um eine Nachwahlbefragung von Infratest dimap im Auftrag der ARD, die auch am Wahlabend ausschnittweise schon viel im Fernsehen präsentiert wurde. Deren Ergebnisse sehen auf den ersten Blick aus, als sei nicht Migration, sondern „Soziale Sicherheit“ entscheidend für die Wahlentscheidung der meisten Menschen gewesen. Ein Viertel aller Befragten gab dies an, anschließend folgten „Frieden“, „Wirtschaft“, „Innere Sicherheit“ und „Bildung“. Erst dann kommt das Thema „Zuwanderung“, das von gerade einmal 9 Prozent der Befragten genannt wurde.












