Zweimal im Jahr drehen die Europäer:innen an der Uhr – im Frühjahr eine Stunde vor, im Herbst wieder zurück. Seit Jahrzehnten diskutieren wir darüber, ob die Zeitumstellung wirklich Energieeinsparungen bringt, wofür sie bei ihrer Einführung gedacht war. Kritiker:innen bemängeln eher Kollateralschäden in Gesundheit und Wirtschaft.Anzeige

Dabei ist auch die Entscheidung für eine einheitliche Zeit schon angesichts der unterschiedlichen Sonnenaufgangs- und –untergangszeiten in der großen mitteleuropäischen Zeitzone schwierig. So sprechen sich Schlafmediziner:innen und Chronobiolog:innen seit Jahren klar gegen die dauerhafte Sommerzeit aus. Ihr Argument: Sie widerspricht dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus, weil die Sonne im Winter zu spät aufgeht. Die sogenannte Normalzeit (Winterzeit) gilt aus medizinischer Sicht als die gesündere Variante.

Tatsächlich gab es vor einigen Jahren einmal ernsthafte Bestrebungen, die Zeitumstellung abzuschaffen und dauerhaft bei einer der beiden Zeiten zu bleiben. Warum ist aus der EU-weiten Abschaffung eigentlich nichts geworden?Anzeige

Historische Ursprünge der Sommerzeit in der Ölkrise

Eingeführt wurde die Sommerzeit in vielen europäischen Ländern in den 1970er-Jahren, damals infolge der Ölkrise. Der Gedanke dahinter war das Einsparen von Energie, weil weniger Licht gebraucht würde – eine Vorstellung, die heute angesichts der stromsparenden LED-Technologie wenig plausibel klingt. Doch längere Helligkeit am Abend überzeugte die Deutschen, die 1980 im Interesse einer internationalen Vereinheitlichung mit-, bzw. nachzogen.