Ende August kehrte Hendrik Holt nicht von einem Freigang zurück. Seitdem ist der Windkraftbetrüger auf der Flucht. Laut seiner Anwältin hat sich Holt ins Ausland abgesetzt. Der Anwältin zufolge beabsichtige Holt nicht nach Deutschland zurückzukehren, sagte Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) im Rechtsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses.
Kurz nach seiner Flucht hatte Holt einen Beitrag auf Instagram veröffentlicht, der andeutete, er befinde sich in Moskau.In einer Instagram-Story, die sich nach 24 Stunden von selbst löscht, postete er ein Bild einer Straße bei Nacht. »Liebesgrüße aus Moskau« schrieb Holt dazu. Der Kaviar sei fantastisch. SPIEGEL-Recherchen zufolge zeigt das Bild tatsächlich eine Straße in Moskau.Badenberg konnte keine weiteren Angaben dazu machen, ob Holts Darstellung den Tatsachen entspreche.
2022 hatte das Landgericht Osnabrück Holt zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fast neun Jahren verurteilt. Es ging um bandenmäßigen Betrug, Bestechung und Urkundenfälschung. Der 36-Jährige war seit Ende Oktober 2024 im offenen Vollzug.Holt hatte unter anderem angeblich existierende Windparks, die es in Wahrheit gar nicht gab, an ausländische Stromkonzerne verkauft. Zudem hatte er ausländische Diplomaten bestochen, um sich mit einem Diplomatenpass gegen deutsche Strafverfolger immun zu machen.










