An den Märkten gilt es als so gut wie sicher, dass die EZB ihren Einlagensatz am 10. September um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent erhöht. Der Einlagensatz bildet einen wichtigen Referenzpunkt für die Zinsen am Geldmarkt. Erhöht die EZB ihren Satz, können Banken überschüssige Liquidität bei der Notenbank zu einem höheren Zinssatz anlegen. Gleichzeitig kann sich die Refinanzierung für Banken verteuern. Das könnte grundsätzlich Spielraum für höhere Zinsen auf Tages- und Festgeld schaffen.

Für Sparer wäre das grundsätzlich eine gute Nachricht. „Eine weitere EZB-Zinserhöhung erhöht den Druck auf Banken, Sparern mehr zu bieten. Eine schnelle und vollständige Weitergabe sollten Kunden aber nicht erwarten“, sagt Finanztip-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen auf Anfrage der Berliner Zeitung.

Gerade bei den regulären Zinsen für Bestandskunden zeige sich bislang nur wenig Bewegung. Nach einer Analyse des Vergleichsportals Verivox wurden seit der letzten Leitzinserhöhung im Juni gerade einmal bei rund 20 Prozent der Tagesgeldangebote die regulären Bestandskundenzinsen angehoben.

Nach EZB-Zinsentscheid: Verivox erwartet keine großen Sprünge bei Tagesgeldzinsen

„Wenn die EZB die Leitzinsen nun wie erwartet um einen Viertelprozentpunkt anhebt, dürfte das den bestehenden leichten Aufwärtstrend zwar festigen, mit großen Ausschlägen nach oben ist bei den Durchschnittszinsen aber nicht zu rechnen“, sagt Ralph Wefer, Verivox-Sprecher für Kredite und Bankprodukte.