Dutzende Kinderrechts- und Digitalrechtsorganisationen fordern anstelle eines Social-Media-Verbots Änderungen an Plattformen wie Instagram, Tiktok und Youtube.

Wer zu jung ist, soll draußen bleiben – die Politik arbeitet an Altersgrenzen für die Social-Media-Nutzung

Jochen Tack/imago

Eine Woche bevor die EU-Kommissionspräsidentin voraussichtlich ihre Pläne für eine Altersgrenze für die Nutzung von Social-Media-Diensten vorlegen wird, haben sich über 140 Organisationen und Ex­per­t:in­nen aus den Bereichen Gesundheit, Kinder- und Menschenrechte gegen ein Mindestalter ausgesprochen. In einem offenen Brief fordern sie: Die EU solle eine einheitliche Gesetzgebung beschließen, die Social-Media-Dienste zu zahlreichen Jugendschutzmaßnahmen verpflichtet – und so deren Nutzung sicherer macht. „Europa darf sich nicht mit einem pauschalen Verbot für Jugendliche zufriedengeben, denn dieses geht die Kernprobleme der suchterzeugenden und manipulativen Gestaltungsmerkmale von führenden Social-Media-Plattformen nicht an“, kritisiert Eve Geddie von Amnesty International.

In Deutschland arbeitet das Bundesbildungsministerium bereits an einem Gesetzentwurf für ein Mindestalter für die Nutzung von Social-Media-Plattformen. Und auch auf europäischer Ebene zeichnet sich ein entsprechendes Gesetz ab. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wird voraussichtlich in der kommenden Woche konkrete Pläne vorlegen.