Irgendwann zwischen 1826 und 1827 stellte der französische Erfinder Joseph Nicéphore Niépce eine selbstgebaute Holzkamera auf sein Fensterbrett im burgundischen Saint-Loup-de-Varennes. Stundenlang härtete das Sonnenlicht den lichtempfindlichen Asphalt auf einer polierten Zinnplatte. Das Resultat: verschwommen, kaum zu erkennen. Und trotzdem eine kleine Revolution. Zum ersten Mal hatte Licht ganz allein ein dauerhaftes Abbild der Wirklichkeit geschaffen, ohne dass ein Pinsel oder Stift daran beteiligt war.
Die c't Fotografie, Ausgabe 05 2026
(Bild: heise)
Nach Niépces Tod 1833 führte sein Partner Louis Daguerre die Idee weiter und stellte 1839 die Daguerreotypie vor. Frankreich kaufte das Patent und gab das Verfahren für die Öffentlichkeit frei. Fast zur selben Zeit tüftelte der Engländer William Henry Fox Talbot an der Kalotypie, deren Negativ-Positiv-Prinzip die analoge Fotografie bis ins späte 20. Jahrhundert prägen sollte.
Was in 200 Jahren Fotografie passiert ist, liest sich streckenweise wie ein Abenteuerroman der Moderne.








