Im Dresdner Antifa-Prozess wird ohne einen Angeklagten weiterverhandelt: Er ist seit einem Suizidversuch nicht mehr ansprechbar.
Schon im November 2025 protestieren Antifa-Unterstützer:innen vor dem Oberlandesgericht in Dresden
Matthias Rietschel/pool/reuters
Es ist ein Platz auf der Anklagebank im Oberlandesgericht Dresden, der am Dienstag leer blieb. Seit vergangenem November wird dort gegen sieben Antifaschisten verhandelt. Der Vorwurf: mehrere schwere Angriffe auf Rechtsextreme, als Teil der „Antifa Ost“. Nun aber wurde das Verfahren gegen einen Beschuldigten, Henry A., abgetrennt. Weil sich der 38-Jährige nach einem Suizidversuch nicht ansprechbar im Krankenhaus befindet.
Es ist genau dieser Fall, vor dem seine Verteidiger über Wochen das Gericht gewarnt hatten. Vergeblich. Schon seit Jahren war Henry A. im Visier der Soko Linx des sächsischen LKA. 2021 durchsuchen sie seine Wohnung in Leipzig gleich zwei Mal. Damals lief bereits in Dresden ein erster Prozess gegen vier „Antifa Ost“-Beschuldigte um die Leipzigerin Lina E., die 2023 schließlich zu gut fünf Jahren Haft verurteilt wurde.







