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Louisa Kamrath quält bei der Altersvorsorge ein moralisches Dilemma: »In meiner Bubble gibt es den unausgesprochenen Konsens, dass Geld Scheiße ist, weil es immer zulasten bestimmter Bevölkerungsgruppen geht«, sagt Kamrath, die am ICP Berlin zu alleinerziehenden Müttern und Feminismus forscht. Für sie war das lange ein Grund, den Finanzmarkt aus ihren alltäglichen Überlegungen auszuklammern.
In vielen feministischen Kreisen gilt die Überzeugung, dass Finanzgeschäfte vor allem auf eines einzahlen: den Machterhalt von ohnehin schon gut gestellten Männern. Auch Louisa Kamrath vertritt die Position, dass der Kapitalmarkt Ungleichheit zwischen Menschen sät. Dazu kommen der Unglaube an ein unendliches Wachstum und erreichbare Klimaziele. »Dort, wo Profit entsteht, muss es Leute geben, auf deren Rücken es passiert«, sagt Kamrath.
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