Die Wiesn steht vor der Tür. Und vom 19. September an werden wieder täglich Hunderttausende zur Theresienwiese strömen. Die Deutsche Bahn (DB) rechnet mit 100 000 Oktoberfestbesuchern, die per Bahn anreisen – pro Tag. Da werde es dann an den Bahnhöfen voll, prognostiziert Bayerns Bahnchef Christoph Kraller. Die Wiesnbesucher werden sich auf verschiedene Bahnhöfe verteilen. Die wichtigsten Stationen sind, wegen ihrer Nähe zur Theresienwiese, die Hackerbrücke und der Hauptbahnhof.Ein Großteil der Wiesngäste, die mit Regional- und Fernzügen anreisen, wird am Hauptbahnhof aussteigen, den an normalen Tagen schon bis zu 450 000 Reisende nutzen. Doch wegen der am Hauptbahnhof laufenden Bauarbeiten ist es dort eng. Dieses Jahr kam es unter anderem im Mai und Juni zu gefährlichem Gedränge, als zu viele Reisende gleichzeitig per Zug am Bahnhof ankamen, während andere in Züge einsteigen wollten.Wenn es voll werde, zähle jeder Quadratmeter, sagt Kraller. Deshalb schaffe man am Hauptbahnhof mehr Platz, stocke das Personal auf und verbessere die Wegweisung zum Festgelände.Am Hauptbahnhof sollen während der Wiesn gleich mehrere Bauflächen wieder für Fahrgäste zur Verfügung stehen, teilt die DB mit. So beschleunige die Bahntochter DB Infrago die Arbeiten an der neuen Verbindung von der Gleishalle zum Starnberger Flügelbahnhof und öffne sie rechtzeitig für Fahrgäste. Die bisherigen Zugänge über die alte Schalterhalle des Flügelbahnhofs blieben während der Wiesn ebenso geöffnet. Zudem sei dort im Bereich der Gleise 26 und 27 ein großer umzäunter Bereich bereits wieder für Reisende freigegeben.Mehr Platz soll es auch in der Gleishalle geben. Am zum Teil gesperrten Bahnsteig 18/19 unterbricht die DB Infrago ihre Arbeiten für die zweite S-Bahn-Stammstrecke. In den nächsten Tagen soll der Bahnsteig eigens für das Oktoberfest provisorisch wieder so weit hergestellt werden, dass er komplett nutzbar ist.Am Starnberger Flügelbahnhof wurden Bodenmarkierungen angebrachtEin weiterer Schwerpunkt liege auf Monitoring und aktiver Fahrgastlenkung, so die DB. Etwa 25 Prozent mehr Mitarbeitende von DB Sicherheit als im Vorjahr und zusätzlich mehr als 20 sogenannte Reisendenlenker sollen dafür im Einsatz sein und auch bei der Zugabfertigung mithelfen. Für mehr Sicherheit will auch die Bundespolizei mit verstärkter Präsenz sorgen.In der Leitzentrale des Bahnhofs soll spezielle Software dazu beitragen, hoch ausgelastete Bereiche schneller zu erkennen. Damit soll es möglich sein, DB-Mitarbeiter gezielt dorthin zu schicken, wo sie gebraucht werden. Zusätzlich hat die DB Infrago an neuralgischen Stellen wie Gleis 11 oder dem Starnberger Flügelbahnhof gut sichtbare Bodenmarkierungen angebracht, die zum Weitergehen animieren. Die Wegeleitung zu den Ausgängen und zur Festwiese wurde mit großen Bannern erweitert. Gemeinsam mit Ansagen in ankommenden Zügen soll dies den Fahrgästen die schnelle Orientierung erleichtern.DB-Mann Kraller appelliert an die Fahrgäste, es brauche „ein gutes Miteinander“, damit alle gut zur Wiesn und wieder heimkämen. „Rücksicht und Besonnenheit machen den Unterschied – auf der Wiesn genauso wie in Zügen und Bahnhöfen“, sagt Kraller.Insgesamt gibt es während der 16 Wiesn-Tage nach Auskunft der DB mehr als 500 zusätzliche oder verlängerte Fahrten. Allein am S-Bahnhof Hackerbrücke werden während der Wiesn im Minutentakt Züge halten. Um den Andrang zu bewältigen, fahren alle Linien bis spät in die Nacht im 20-Minuten-Takt.Sexismus-Debatte ums Oktoberfest:Wie das Teufelsrad immer wieder umgestaltet wurdeMal mit, mal ohne Oberteil: Seitdem vier Frauenfiguren mit mehr Textil ausgestattet wurden, steht das Wiesn-Fahrgeschäft im Fokus. Doch auch andere Schausteller haben nachgebessert – etwa mit einem Bikini aus Muschelschalen, den es vorher nicht gab.An der Hackerbrücke sind bis zu 60 Kräfte von DB Sicherheit im Einsatz. Auch entlang der Stammstrecke und in den S-Bahnen sind die Teams, wie jedes Jahr, ebenfalls verstärkt präsent. Gemeinsam mit der Bundespolizei will die DB dabei auf Prävention setzen, damit der Betrieb stabil läuft. Dazu zählten Kontrollen zum Mitnahmeverbot von Bierkrügen, Glasflaschen und Luftballons. Gerade aufsteigende Luftballons haben in der Vergangenheit Kurzschlüsse an der Oberleitung und Sperrungen verursacht. Über Aushänge, Fahrgastfernsehen und Durchsagen will die DB daher intensiv auf das Verbot hinweisen. An der Hackerbrücke soll zudem wieder eine Kameradrohne stationiert werden. Bei Personen im Gleis hilft sie, die Lage schneller einzuschätzen, damit der Zugverkehr möglichst rasch wieder anlaufen kann.Auch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ist auf die Wiesn vorbereitet. Täglich sollen insgesamt mehr als 230 Mitarbeiter zusätzlich im Einsatz sein. Busse und Bahnen legen während der Wiesn circa 9000 Extra-Fahrten zurück.Die MVG weist darauf hin, dass während des Oktoberfests die Bauarbeiten an den U-Bahn-Stationen Goetheplatz und Poccistraße pausieren und die Stationen wieder in Betrieb sind. Beide liegen nur wenige Gehminuten vom Festplatz entfernt und sind eine gute Alternative zum hoch frequentierten U-Bahnhof Theresienwiese.