PfadnavigationHomeWirtschaftWaffensystem AnthemUS-israelische Rüstungsfirma will Marschflugkörper in Sachsen bauenStand: 14:54 UhrLesedauer: 3 MinutenDas US-israelische Rüstungsunternehmen Covenant will im Raum Leipzig eine umfangreiche Produktion weitreichender Marschflugkörper aufbauen. Die Produktion des Systems „Anthem“ solle im kommenden Jahr für europäische Kunden beginnen.Das US-israelische Rüstungsunternehmen Covenant will ab 2027 im Raum Leipzig weitreichende Marschflugkörper produzieren. Im ersten Jahr sollen rund 1000 Anthem-Systeme entstehen. Gespräche mit der Bundeswehr laufen offenbar bereits.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenDas US-israelische Rüstungsunternehmen Covenant will in Sachsen vom kommenden Jahr an weitreichende Marschflugkörper bauen. „Im ersten Jahr werden wir etwa 1000 Stück produzieren und dann auf 5000 Stück hochfahren. Das ist unser Ziel für die Jahresproduktion“, sagte Covenant-Chefin Abigail Denburg.Die Produktion des Marschflugkörpers Anthem soll demnach im kommenden Jahr im Raum Leipzig für europäische Kunden beginnen. Das Unternehmen hat auch noch eine Fabrik in Dallas/Texas zur Versorgung der US-Streitkräfte.Anthem kann einen 200 Kilogramm schweren Gefechtskopf tragen. Zu Medienberichten, wonach die Reichweite 1500 Kilometer beträgt, äußert sich das Unternehmen nicht. Anthem wird als Waffe für Präzisionsschläge tief im gegnerischen Gebiet („deep strike“) bezeichnet.Lesen Sie auchDas Unternehmen will das Waffensystem deutlich günstiger anbieten als bislang auf dem Markt verfügbare Systeme. Covenant erklärt dazu, Anthem werde einen sechsstelligen Betrag kosten, also weniger als eine Million, während andere Waffensysteme dieser Art üblicherweise mehrere Millionen US-Dollar pro Stück kosten.Umfangreiche Waffenarsenale sollen Gegner abschreckenDie Massenproduktion hat eine militärische Bedeutung und soll Kunden durchhaltefähig machen. Covenant-Chefin Denburg sagt dazu: „Abschreckung ist eine Kalkulation des Feindes, und diese Kalkulation ändert sich, wenn man über umfangreiche Waffenarsenale verfügt. Wenn man ein Ziel erreichen und einmal angreifen kann, schreckt das den Feind nicht unbedingt ab.“Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa ist Covenant bereits in Gesprächen mit der Bundeswehr und der Beschaffungsbehörde, ohne dass dies offiziell bestätigt wird. Denburg sagte – ohne einen direkten Bezug zu Deutschland –, es gebe bereits einen Produktionsvertrag für Lieferungen von Deutschland aus beginnend im ersten Quartal 2027. „Dieser europäische Kunde wird selbst entscheiden, wann er dies bekanntgeben möchte“, sagte sie dazu.Covenant hat Ex-General als BeraterCovenant wurde erst 2024 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Washington. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben in drei Finanzierungsrunden mehr als 250 Millionen US-Dollar (215 Millionen Euro) von Investoren eingeworben.Unter den Geldgebern ist auch der Founders Found, bei dem Peter Thiel zu den Mitgründern zählt. Er ist bekannt für seine libertären und rechtskonservativen Positionen.Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte in der Vergangenheit „ausdrücklich“ Bedenken gegen Thiel geteilt. Öffentlich diskutiert wurde auch, ob neue Abhängigkeiten entstehen oder ob nicht die Gefahr größer ist, im Spannungsfall ohne ausreichend gefüllte Munitionslager dazustehen.Lesen Sie auchIn Deutschland hat das Unternehmen nach eigenen Angaben Generalleutnant a.D. Andreas Marlow als Berater. Er war bis 2025 Stellvertreter des Heeresinspekteurs und leitete von 2022 an auch die EU-Ausbildungsmission für die ukrainischen Streitkräfte. Ein in Europa produziertes Programm für Langstreckenflugkörper sei „das fehlende Puzzlestück in unserer Abschreckungsarchitektur“, wird Marlow zitiert.Ist Anthem eine Alternative für den Tomahawk?Deutschland und die europäischen Nato-Verbündeten bemühen sich derzeit, weitreichende Waffensysteme als Antwort auf die russische Bedrohung zu beschaffen und auch selbst zu entwickeln. Beim Nato-Gipfel in Ankara hatte sich die Bundesregierung mit den USA auf den Kauf von US-Marschflugkörpern des Typs Tomahawk geeinigt.Die Deutsche Marine hatte Anfang September einen zuvor geheim gehaltenen Test des israelischen Raketensystems Lora – einer ballistischen Rakete – erfolgreich abgeschlossen. Deutschland selbst verfügt bereits über den Marschflugkörper Taurus des Rüstungskonzerns MBDA, ist damit aber von einer Massenproduktion weit entfernt.Lesen Sie auchDie europäischen Nato-Staaten verfügen derzeit auch noch nicht über eigene Mittelstreckenwaffen. Mittelfristig wollen mehrere Verbündete ein eigenes Waffensystem für weitreichende Präzisionsangriffe („deep precision strike“) auf sogenannte Hochwertziele eines Gegners beschaffen. Dazu wurde 2024 auf dem Nato-Gipfel in Washington das Projekt Elsa („European Long-Range Strike Approach“) angestoßen.dpa/ll
US-israelische Rüstungsfirma will Marschflugkörper in Sachsen bauen - WELT
Das US-israelische Rüstungsunternehmen Covenant will in Sachsen vom kommenden Jahr an weitreichende Marschflugkörper bauen. Ziel sei es, im ersten Jahr etwa 1000 Stück des selbst entwickelten Waffensystems Anthem herzustellen, teilte das Unternehmen mit.











