Höhepunkt des Unternehmertags in Potsdam war die Schlussdebatte. Der Parlamentarische Staatssekretär Johannes Steiniger kam zwar 20 Minuten zu spät, aber immerhin kam er. Im Frühjahr in Bad Saarow hatte sich seine Chefin, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), zum ostdeutschen Wirtschaftsforum noch krankgemeldet. Schöniger bekam es dann als CDU-Vertreter voll ab.
Doch immerhin hat der Rheinland-Pfälzer einen guten Eindruck bekommen, was die Ostwirtschaft von der Politik will. Vor allem Freiheit und mehr Luft zum Atmen. So empfahlen OAZ-Verleger Holger Friedrich und Gerald Rynkowski, Chef des IT-Spezialisten Veinland, dem Politiker, dass sich die Politik am besten aus der Wirtschaft ganz heraushalten sollte. Friedrich: „Politik versteht nichts von Wirtschaft.“ Und Rynkowski ergänzte: „Gar nichts.“
Greiff: „Politiker sagen jedes Jahr dasselbe…“
Professor Joachim Ragnitz vom Ifo-Institut in Dresden fasste nochmals kurz zusammen, warum die erneut anstehende wirtschaftliche Transformation im Osten nicht – wie von Steiniger behauptet – mit der im Westen gleichzusetzen sei: „Wir haben im Osten zu viel zu wenig private Investitionen, eine viel höhere Überalterung und einen wesentlich stärkeren Fachkräftemangel.“ Die Unternehmen im Osten benötigten daher viel mehr Freiraum, wie ihn etwa eine Sonderwirtschaftszone bieten könne – mit niedrigeren Steuern und weniger Bürokratie.






