Der Fund von Fässern mit gefährlichen Chemikalien auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz nahe der deutschen Grenze hat in Tschechien eine politische Debatte angestoßen.Umweltminister Igor Červený teilte bei einer Pressekonferenz das Ergebnis neuerer Untersuchungen in dem weitläufigen Gebiet östlich von Zelezna Ruda (Markt Eisenstein) im Nationalpark Böhmerwald (Sumava) mit. Diese hätten ergeben, dass sich dort rund 200 marode Fässer und 1000 Tonnen kontaminiertes Erdreich befänden. Nachgewiesen wurden demnach unter anderem Dioxine und Furane, Quecksilber, Arsen und organische Lösemittel.
Minister warnt vor Brandkatastrophe»Es handelt sich um sehr gefährliche toxische Stoffe«, sagte Červený. Falls es zu einem Waldbrand komme, drohe eine Katastrophe, so der Politiker der Autofahrerpartei Motoristen. Es könne dann zu unkontrollierten chemischen Reaktionen kommen.Betroffen ist der frühere Truppenübungsplatz Dobra Voda, der von 1952 bis zu seiner Auflösung Ende 1991 bestand. Mit einer Fläche von rund 17.000 Hektar zählte er zu den mittelgroßen Einrichtungen dieser Art in der damaligen Tschechoslowakei.
Weite Teile des früheren militärischen Sperrgebiets auf tschechischer Seite dürfen wegen der Gefahr von Blindgängern und Altlasten bis heute nicht betreten werden. Der genaue Fundort der Fässer wurde nicht genannt – auch, um Schaulustige nicht anzulocken.Sanierung wird langwierig und teuerDie Dekontamination des Areals solle noch in diesem Monat beginnen und werde bis 2028 andauern, teilte Minister Červený mit. Die Kosten dafür bezifferte er mit 192 Millionen Kronen, umgerechnet knapp acht Millionen Euro. Noch geprüft werden soll, ob das Grundwasser mit Chemikalien belastet ist. Das Verteidigungsministerium sagte seine Zusammenarbeit bei der Entsorgung zu, da auch Granaten, Munition und Minen in dem Gebiet vermutet werden.






