Würde die AfD in Sachsen-Anhalt regieren, könnte sie die Kulturpolitik neu bestimmen – und NS-Erinnerungsorten die Finanzierung kürzen.

Schloss Lichtenburg in Prettin ist von 1933 bis 1939 von den Nazis als KZ benutzt worden

Wolfgang Kluge/picture alliance

D as Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt im Bereich der Kultur umfasst 21 Punkte. Da stehen Dinge wie diese: „Wir werden durch Bezugnahme auf die guten Seiten der deutschen Geschichte eine unverkrampfte und auf gesunde Weise selbstbewusste deutsche Identität fördern.“ Und umgekehrt: Die „künstliche Aufrechterhaltung eines Schuldgefühls“ sollten „wir endlich ablegen“.

Gedenkstätten für die Opfer des NS-Regimes kommen im Regierungsprogramm nicht direkt vor. Aber die zitierten Sätze machen deutlich, dass die rechtsradikale Partei die Axt an die Grundfesten deutscher Erinnerungskultur legen will. Aus Verantwortung für die Geschichte soll eine „selbstbewusste deutsche Identität“ werden. Schuld wird als eine Kategorie des Schwachen abgelehnt. Wer schuld hat, hat etwas falsch gemacht. Der Holocaust stört den Glanz der deutschen Geschichte. Soll er doch weg.