Die chinesische Autobranche will ihren Autoexport weiter rasant steigern. China werde bis zum Ende des Jahrzehnts rund 18 bis 20 Millionen Fahrzeuge im Jahr in alle Welt ausliefern, sagte Cui Dongshu, Generalsekretär des chinesischen Autoverbandes CPCA. Noch zu Beginn des Jahrzehnts exportierte China weniger als eine Million Autos in alle Welt, im vergangenen Jahr waren es 8,3 Millionen Autos.Die Prognose sorgte in der Branche für Aufsehen. „Das würde bedeuten, dass China 2030 ungefähr die Hälfte aller Autos weltweit produziert“, sagte Thomas Luk, Automobilberater mit Sitz in China und Deutschland. Ein Vertreter eines deutschen Autoherstellers in China sprach von einer „irren Zahl“.Im vergangenen Jahr wurden laut dem europäischen Autoverband ACEA auf der ganzen Welt 77,5 Millionen Autos registriert, rund 24 Millionen davon in China. Dort ist der Markt in diesem Jahr aber in einer Krise und sinkt um rund ein Fünftel. In der EU wurden laut ACEA zuletzt knapp elf Millionen Autos verkauft.Deutsche Hersteller verlieren weiter an BodenIm laufenden Jahr werde Chinas Export auf rund zwölf Millionen Fahrzeuge steigen, prognostizierte CPCA. Bis Ende August hat China in diesem Jahr schon mehr als sieben Millionen Autos in alle Welt geliefert. Elektro- und Hybridautos machten zuletzt rund drei Fünftel der Ausfuhren aus, vier Fünftel sind chinesische Marken.Innerhalb Chinas setzte sich der Siegeszug der Elektroautos fort. Zuletzt hatten zwei von drei verkauften Autos einen Elektro- oder Hybridantrieb. Den deutlichen Anstieg in diesem Jahr begründet die Branche mit höheren Spritpreisen infolge des Irankrieges. Deutsche Hersteller verlieren weiter an Boden und kommen auf einen Marktanteil von 12,5 Prozent, 2,1 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr.BYD, der größte Elektroautohersteller der Welt, rechnet für dieses Jahr mit Ausfuhren von mehr als 1,8 Millionen Autos, schrieben Analysten der US-Großbank Citi nach einem Treffen mit dem Management des Unternehmens aus Shenzhen. Noch 2023 hatte der Konzern weniger als 250.000 Autos im Ausland verkauft. Im kommenden Jahr will der Konzern laut Citi nun 2,5 Millionen Fahrzeuge exportieren. Konzernchef Wang Chuanfu hatte im Juni erklärt, BYD wolle bis zum Jahr 2030 größter Autohersteller der Welt werden und damit den japanischen Konkurrenten Toyota vom Thron stoßen.Regierung mahnt AutokonzerneAuch andere Hersteller intensivieren ihre Exportbemühungen. So kündigte zuletzt der Technologiekonzern Xiaomi an, der erst seit zweieinhalb Jahren Autos verkauft, seine Autos vom kommenden Jahr an auch in Europa anzubieten, darunter auch Deutschland. Dafür schloss der Konzern Vereinbarungen mit acht großen deutschen Autohändlern.Angesichts dieser rasanten Expansion veröffentlichte die chinesische Regierung kürzlich Regeln für den globalen Wettbewerb chinesischer Autohersteller. Diese sollten die Preise im Ausland nicht zu aggressiv senken, um den Ruf der Marke und chinesischer Autos insgesamt nicht zu schädigen. Sie sollten sich an Regeln im Ausland halten und nicht gegen Kartellgesetze verstoßen, hieß es in der gemeinsamen Veröffentlichung mehrerer Ministerien und Behörden. Ähnliche Appelle gibt es innerhalb Chinas immer wieder, zumeist mit geringen Auswirkungen.Trotz jahrelanger Bemühungen, den Preiswettbewerb zu beschränken und für stabile Rendite zu sorgen, ist die Branche in China kaum noch profitabel. So fiel die Marge laut CPCA im Juli auf noch 2,4 Prozent. Im Vorjahr hatte sie noch mehr als vier Prozent betragen. Schon das war ein historisch niedriger Wert. Von der Expansion ins Ausland erhoffen sich die Unternehmen nun höhere Margen.
Chinas Autoexport: 20 Millionen Fahrzeuge bis 2030
Bis 2030 will China laut dem Automobilverband CPCA bis zu 20 Millionen Autos exportieren. Damit käme mehr als jedes zweite Auto weltweit aus China.










