Adidas wirbt mit Einzelschuh für Sportler mit Behinderungen – und erntet BoykottaufrufeEine Kampagne für mehr Inklusion wird für Adidas zum Problem. Der deutsche Sportartikelhersteller gerät erneut wegen seiner Kommunikation rund um Israel und Palästina in die Kritik.08.09.2026, 15.07 Uhr4 LeseminutenDer deutsche Sportartikelhersteller gerät wegen einer Werbekampagne in Israel in die Kritik.Harry Koerber / ImagoEigentlich wollte Adidas inklusiver werden. Anfang des Jahres führte der deutsche Sportartikelhersteller den sogenannten Single-Shoe-Service ein. Menschen, die wegen einer Amputation oder einer anderen körperlichen Einschränkung nur einen Schuh benötigen, können seither einen einzelnen Schuh kaufen – für die Hälfte des Preises eines normalen Paars. Das Programm startete im Januar in 23 europäischen Ländern und wurde später auf weitere Märkte ausgeweitet.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Das Prinzip ist simpel: Wer nur einen Schuh braucht, bezahlt auch nur für einen. Eine Idee, die Menschen mit Behinderungen Kosten sparen soll. Doch statt Applaus folgten Boykottaufrufe. Eine Werbekampagne in Israel löste heftige Kritik aus.Auf Plakaten zeigte Adidas dort elf Sportler mit Behinderungen. Zu ihnen gehörte Shalev Biton, ein israelischer Läufer und Para-Athlet sowie ehemaliger Soldat. Biton wurde im Mai 2021 schwer verletzt. Damals lieferten sich das israelische Militär und die Hamas eine elftägige Auseinandersetzung. Die beiden Seiten beschossen sich mit Raketen. Ein aus Gaza abgefeuertes Panzerabwehrgeschoss traf das Militärfahrzeug auf israelischem Gebiet, in dem Biton sass. Einer seiner Kameraden wurde dabei getötet. Biton verlor sein linkes Bein.Kritiker bemängeln die Wahl eines ehemaligen SoldatenNun wurde Biton zu einem der zentralen Gesichter der Kampagne in Israel. Auf Instagram veröffentlichte er ein Video auf Hebräisch, in dem er für den Single-Shoe-Service wirbt. Seit seiner Rückkehr zum Laufsport habe er trotz seiner Prothese jeweils ein komplettes Paar Laufschuhe kaufen müssen, obwohl er nur einen Schuh brauche, sagt er. Es bedeute ihm viel, nun auch nur einen Schuh kaufen zu können. Das Video zeigt ihn zunächst in einem Adidas-Store, danach beim Joggen mit einem Schuh und seiner Prothese. Seinen Armeedienst oder den Angriff, bei dem er sein Bein verlor, erwähnt Biton mit keinem Wort. Trotzdem löste der Beitrag in sozialen Netzwerken heftige Reaktionen aus.Adidas, 2021'de Gazze'deki savaşta sol bacağını kaybeden İsrail askeri Shalev Biton'u reklam yüzü yaptı.İnsan hakları aktivistleri, Adidas'a boykot çağrısı yapıyor. pic.twitter.com/U8O6RbWFdp— gdh (@gundemedairhs) September 4, 2026
Adidas wirbt mit Einzelschuh für Sportler mit Behinderungen – und erntet Boykottaufrufe
Eine Kampagne für mehr Inklusion wird für Adidas zum Problem. Der deutsche Sportartikelhersteller gerät erneut wegen seiner Kommunikation rund um Israel und Palästina in die Kritik.










