Ein Team von Wissenschaftler:innen der US-amerikanischen University of California hat eine Methode entwickelt, um die genauen Orte künftiger schwerer Erdbeben zu identifizieren. Wie in einer im Fachmagazin Geophysical Research Letters veröffentlichten Studie zu lesen ist, konzentriert sich das Modell auf den Aufbau von tektonischer Spannung in sogenannten Subduktionszonen.Anzeige

Dabei handelt es sich um geologische Regionen, in denen sich eine Erdplatte langsam unter eine andere schiebt. Anstatt reibungslos aneinanderzugleiten, verhaken sich die Gesteinsmassen oft über Jahrzehnte und bauen dabei eine mechanische Spannung auf, bis sie schließlich ruckartig aufreißen.

Erfolgreicher Praxistest auf der Halbinsel Kamtschatka

Um diese verhakten Bereiche aufzuspüren, nutzt das neue Verfahren Messdaten von globalen Navigationssatellitensystemen, die feine Bodenbewegungen aufzeichnen. Ein Algorithmus berechnet aus diesen minimalen Verschiebungen, an welchen exakten Stellen die Platten blockiert sind und seismische Energie speichern.Anzeige

Die leitenden Forscher Gareth Funning und Axel Periollat nutzten für ihre Analyse ein sogenanntes Randelement-Modell. Diese spezielle Rechenmethode spart enorme Rechenleistung, da sie sich ausschließlich auf die direkten Kontaktflächen der Erdplatten konzentriert, anstatt das gesamte umliegende Gesteinsvolumen zu simulieren.