Desaströs sind die Zustände im Bürgerkriegsland Sudan seit Jahren, nun droht nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) ein völliger Zusammenbruch des Gesundheitssystems.Aufgrund der Kürzungen von Hilfsgeldern müssten im ganzen Land Kliniken und Ambulanzen schließen, warnte die Organisation anlässlich der heute beginnenden Generalversammlung der Vereinten Nationen (Uno) in New York.

MSF appellierte an die Staats- und Regierungschefs, die Finanzierung der notwendigen Gesundheitsversorgung im Sudan sicherzustellen. Der 2,87 Milliarden US-Dollar umfassende Uno-Hilfsplan sei lediglich zu 41 Prozent finanziert.Erhöhter Bedarf, sinkende Mittel»Der Krieg treibt die Bedarfe im Sudan in die Höhe, und gleichzeitig schränken Mittelkürzungen die mögliche Hilfe ein«, sagte Muhammad Ibrahim, MSF-Landeskoordinator im Sudan.

»Unsere Arbeit wird privat finanziert. Doch wenn die Mittel für andere Gesundheitsdienste wegfallen, schließen Kliniken, Patientinnen und Patienten haben weniger Anlaufstellen, und der Druck verlagert sich auf die verbleibenden Einrichtungen, darunter auch unsere.«

So sei in Tawila in Nord-Darfur die Versorgungslage von bis zu 600.000 Vertriebenen kritisch. Ärzte ohne Grenzen betreibe das einzige Krankenhaus mit 200 Betten in der Region und sei die einzige Organisation, die in der Lage sei, groß angelegte Maßnahmen zur Bekämpfung von Epidemien zu ergreifen. Die Zahl der Malaria- und Mangelernährungsfälle steige aber bereits jetzt, noch vor dem Höhepunkt der Regenzeit.