PfadnavigationHomePanorama„Hart aber fair“„Wenn Sie hier so große Töne spucken, dann können Sie ja mal zeigen, ob Sie was können“Stand: 08.09.2026Lesedauer: 4 Minuten„Die ganze Debatte ist doch nicht sinnvoll!“: Philipp Amthor (CDU)Quelle: © WDR/Oliver ZiebeBei „Hart aber fair“ spricht AfD-Politiker Markus Frohnmaier Dinge aus, die man „im Öffentlich-Rechtlichen“ lieber nicht höre. CDU-Politiker Philipp Amthor legt sich mit AfD, Linken und dem Moderator an.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenZu besprechen gäbe es einiges, nachdem Sachsen-Anhalt gewählt hat. Aber stellt „Hart aber fair“-Moderator Louis Klamroth seinen Gästen die richtigen Fragen? Etwa nach zwei Dritteln der ARD-Sendung platzt CDU-Staatsminister Philipp Amthor der Kragen: „Die ganze Debatte ist doch nicht sinnvoll!“ Was ist bis dahin passiert? Zuvor konfrontierte Klamroth die Linken-Parteivorsitzende Ines Schwerdtner mit einer Umfrage, nach der 65 Prozent der AfD-Wähler sagen, sie seien in einer schlechten finanziellen Lage. „Das wäre doch eigentlich eine perfekte Klientel für die Linke“, so Klamroth. Das Problem ist für Schwerdtner, dass die AfD „Politik für die Reichen, fürs Establishment“ schlechthin mache. Immer wieder gerieten Amthor und Schwerdtner an diesem Abend aneinander. Die Linken-Politikerin warf dem CDUler Arroganz vor, da er nicht merke, wie wütend die Leute in diesem Land seien. Amthor konterte: „Das können Sie ja vertreten, dass wir den Wohlstand dieses Landes immer weiter reduzieren (…). Und dass wir gar kein Wohlstandsproblem im Land haben. Das geht im Schlaraffenland, aber nicht in der Bundesrepublik Deutschland.“Lesen Sie auchAls der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Markus Frohnmaier, betonte, dass die Hand „allen Parteien gegenüber ausgestreckt“ sei, auch der CDU und Amthor gegenüber, der aber ja aufgrund der „Brandmauer“ nicht mit der AfD reden wolle, warf Amthor ein: „Das hat nichts mit einer Brandmauer zu tun, sondern mit etwas, was in der Politik entscheidend ist, nämlich mit Überzeugung und Prinzipien.“ Und: „Die CDU ist gegründet worden in den Trümmern des Zweiten Weltkriegs für eine Politik der Menschlichkeit.“ Die Frage des Moderators, ob er sich sicher sein könne, dass kein CDU-Abgeordneter in Sachsen-Anhalt zur AfD überlaufen werde, beantwortete Amthor mit einem entschiedenen „Ja“: „Wir haben eine glasklare Beschlusslage.“ In Richtung Frohnmaier ergänzte Amthor: „Wenn Sie hier so große Töne spucken, dann können Sie ja mal zeigen, ob Sie was können, da bin ich ja mal ganz gespannt!“Auf die Frage der „Zeit“-Journalistin Anne Hähnig – „Irgendwann muss die AfD Farbe bekennen: Will sie regieren oder will sie es nur unter bequemen Bedingungen einer absoluten Mehrheit?“ – antwortete Frohnmaier: „Wir wollen nicht um jeden Preis regieren.“ Vielmehr wolle die AfD so regieren, dass sie in der Lage sei, ihre Punkte umzusetzen, z. B. die Aufkündigung des Medienstaatsvertrags.Aras Badr fühlt sich nicht mehr willkommen Gegen Ende kam Aras Badr zu Wort, Berater bei einer Antidiskriminierungsstelle in Sachsen-Anhalt, der 2015 von Syrien nach Deutschland geflüchtet ist. Er sei müde und habe nach dem Wahlergebnis überlegt, ob er seinen Auftritt in der Sendung absagen solle, erzählt Badr, dem die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben steht: „Es ist nicht einfach, dass seit Monaten Menschen wie ich im Fokus, unter Generalverdacht stehen. Täglich wache ich auf, um zu sehen, welche neue Falschinformation über Menschen mit Migrationshintergrund verbreitet wurde, welche falschen Behauptungen über uns gemacht wurden. Aber ich bin da, weil ich Ängste habe.“ Menschen wie er fürchteten nach dem Wahlergebnis um ihre Existenz. Sie fragten sich, ob sie ihre Kinder noch zur Schule schicken, zur Arbeit gehen, nachts mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause fahren könnten. Fühlt er sich in Sachsen-Anhalt noch willkommen? „Nein, leider nicht. Ich habe die Willkommenskultur 2015 erlebt und bin immer noch dankbar, dass ich diese Möglichkeit bekommen habe, in diesem tollen Land, in einem Rechtsstaat mit Demokratie zu leben. Aber jetzt habe ich wirklich Zweifel.“ Lesen Sie auchEin eingespielter Videoausschnitt zeigte AfD-Politikerin Alice Weidel, wie sie ankündigte, „die Einbürgerungspraxis ab dem Jahr 2015 gründlich unter die Lupe zu nehmen“. Badr, der betonte, was für „ein Supermensch“ man sein müsse, um die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen – Tests, Sprachkenntnisse, Engagement, Arbeit vorweisen –, hielt das für „Schwachsinn“, der aufhören müsse. Frohnmaier ließ das nicht unkommentiert stehen. Er unterschied zwischen Menschen, die legal nach Deutschland kommen, hier arbeiten „und Teil dieser Solidargemeinschaft sein möchten“, und solchen, die illegal hier seien und Straftaten begingen. Was er zu der von Badr angesprochenen Angst sagte, wurde vom Publikum mit empörten Zwischenrufen aufgenommen: „Ich komme aus Baden-Württemberg. Bei uns gibt es alle vier Stunden Messerattacken, die Tätergruppen sind bekannt. Im Öffentlich-Rechtlichen hört man das nicht gern, das ist mir bekannt. Es gibt einmal die Woche ein sogenanntes Gang-Rape.“ Klamroth hatte nicht erst hier Schwierigkeiten, die Diskussion in Schach zu halten. Und Amthor war nicht der einzige, der an diesem Abend Klamroths Gesprächsführung kritisierte.
„Hart aber fair“: „Wenn Sie hier so große Töne spucken, dann können Sie ja mal zeigen, ob Sie was können“ - WELT
Bei „Hart aber fair“ spricht AfD-Politiker Markus Frohnmaier Dinge aus, die man „im Öffentlich-Rechtlichen“ lieber nicht höre. CDU-Politiker Philipp Amthor legt sich mit AfD, Linken und dem Moderator an.








