Die AfD will die Pressefreiheit enorm einschränken, das haben sie lange angekündigt. Doch den Ernst der Lage muss die Presse erst noch begreifen.

Ulrich Siegmund kündigte im Wahlkampf an, an der Pressefreiheit sägen zu wollen

Florian Gaertner/imago

B ei Gott, es war schon so schwer genug aus Sachsen-Anhalt zu berichten. Ich weiß, wovon ich spreche. So wurde mir im Vorfeld der Wahl mitgeteilt, die Polizei in Sachsen-Anhalt habe hinsichtlich meiner Person „sicherheitsrelevante Bedenken“, eine Akkreditierung für die Medienhalle des Landtags wurde somit verweigert. Das klingt alles nach politischer Einflussnahme, und wir werden das auf jeden Fall juristisch prüfen lassen.

Und nun? Knapp 44 Prozent derjenigen Wäh­le­r:in­nen, die am Sonntag ihre Stimme abgegeben haben, haben sich für die AfD entschieden. Und damit für Antisemitismus, für Rassismus, für Queerfeindlichkeit, für die Stigmatisierung von Menschen, vor allem Kinder mit Behinderung, für eine gewalttätige Truppe, die die Demokratie abschaffen will, gegen die Menschenwürde und vor allem auch gegen die Pressefreiheit. Die journalistische Arbeit in Magdeburg und anderswo in diesem Bundesland ist seit diesem Wahlsonntag noch schwerer geworden.