Bei erneuten Schüssen in Berlin-Neukölln ist in der Nacht ein 27 Jahre alter Mann getötet worden. Trotz Wiederbelebungsversuchen starb er noch vor Ort auf dem Gehweg, wie ein Polizeipressesprecher sagte. Die 5. Mordkommission des Landeskriminalamtes hat demnach gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Berlin die Ermittlungen wegen des Verdachts auf ein Tötungsdelikt übernommen.

Die Polizei sei gegen 2.30 Uhr alarmiert worden, Anwohner und weitere Zeugen hätten Schüsse gehört, sagte Polizeisprecher. Die ersten eintreffenden Kräfte hätten einen angeschossenen, sehr schwer verletzten Mann auf dem Gehweg gefunden und noch versucht, diesen zu reanimieren. Auch ein Notarzt habe Reanimationsmaßnahmen durchgeführt. Doch der 27-Jährige sei gestorben.Zu den Hintergründen der Tat ist vieles noch unklar. Es sei Gegenstand der Ermittlungen, ob einer oder mehrere Verdächtige hinter den Schüssen steckten, sagte der Polizeisprecher. Auch sei nicht klar, ob die Schüsse nur dem getöteten Mann oder womöglich weiteren Menschen gegolten hätten. Der oder die noch unbekannten Verdächtigen befinden sich laut Polizei auf der Flucht.

Viele Fälle von SchusswaffenkriminalitätDie Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigte sich auf der Plattform X wenig überrascht von dem weiteren Todesopfer: Es könne nicht verwundern, dass die aktuelle Welle an gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Schusswaffen Todesopfer bringe, teilte GdP-Sprecher Benjamin Jendro mit. »Berlin ist die Hauptstadt der Waffengewalt. Machtverhältnisse in der OK werden stetig neu ausgelotet«, sagte Jendro mit Blick auf die Organisierte Kriminalität (OK). Selbst bei persönlichen Fehden würden »statt Argumenten eher Kugeln ausgetauscht«, so Jendro weiter.