PfadnavigationHomePanoramaOrganisierte KriminalitätErneut Schüsse in Berlin – 26-Jähriger wird aus Gruppe heraus mehrfach angeschossenVon Sergen KayaReporter im Ressort Investigation & ReportageVeröffentlicht am 02.09.2026Lesedauer: 3 MinutenGegen 20.20 Uhr wurde ein 26-Jähriger aus einer Gruppe heraus von mehreren Schüssen getroffen. Die Polizei ermittelt nun im Umfeld des VerletztenQuelle: Sergen Kaya/WELTErneut fallen Schüsse in Berlin-Schöneberg: Ein 26-Jähriger wird auf offener Straße von mehreren Kugeln getroffen. Bereits im März war in derselben Siedlung ein Mann bei einer Schießerei schwer verletzt worden.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenBlutlache auf dem Asphalt, Patronenhülsen in der Einfahrt eines Supermarktes und ein Schwerverletzter. Nach den Schüssen in der Feurigstraße in Berlin-Schöneberg fahndet die Polizei nach den Tätern. Der 26-Jährige wurde aus einer größeren Personengruppe heraus mit mehreren Schüssen attackiert. Anschließend verschwanden die Beteiligten teilweise zu Fuß, teilweise mit Fahrzeugen.Der Mann wurde am Dienstagabend gegen 20.18 Uhr von mehreren Kugeln getroffen. Wie WELT aus Sicherheitskreisen erfuhr, erlitt er Schussverletzungen am Oberkörper sowie an den Extremitäten. Rettungskräfte brachten ihn in ein Krankenhaus, wo er notoperiert wurde. Nach Angaben der Polizei besteht inzwischen keine akute Lebensgefahr mehr.Die Schüsse in der Feurigstraße sind kein Einzelfall. Seit Monaten beschäftigen Schusswaffendelikte die Berliner Sicherheitsbehörden. Immer wieder kommt es zu Attacken auf offener Straße, Schüssen auf Wohnhäuser oder Auseinandersetzungen im kriminellen Milieu. Erst am Mittwoch berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft über einen weiteren Ermittlungserfolg der eigens eingerichteten Besonderen Aufbauorganisation (BAO) „Ferrum“, die wegen mehrerer Schusswaffentaten in der Hauptstadt ermittelt.Opfer schweigt zu den HintergründenFür die Ermittler gestaltet sich die Aufklärung der Tat bislang schwierig. Der 26-Jährige macht derzeit keine Angaben zu den Hintergründen der Schüsse. Auch zu den Personen, mit denen er sich vor der Tat aufgehalten haben soll, schweigt der Mann. Dennoch laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Mehrere Zeugen haben der Polizei nach WELT-Informationen wichtige Hinweise geliefert. Dazu gehören Fotos, Videos und Personenbeschreibungen von Menschen, die sich zur Tatzeit in der Nähe des Tatorts aufgehalten haben sollen.Darüber hinaus erhielten die Ermittler aus dem familiären Kreis des Geschädigten Hinweise auf mutmaßliche Täter. Diesen Spuren gehen die Beamten nun nach. Angesichts der Schwere der Tat erhält der 26-Jährige inzwischen polizeilichen Schutz.Videoaufnahmen sollen Flucht rekonstruierenZusätzlich setzen die Ermittler auf technische Spuren. Nach WELT-Informationen werden unter anderem Videoaufzeichnungen eines Rewe-Marktes sowie einer nahegelegenen Feuerwache ausgewertet. Die Aufnahmen könnten Aufschluss darüber geben, wer sich unmittelbar vor den Schüssen am Tatort aufhielt und wie die Beteiligten anschließend flüchteten. Nach bisherigen Erkenntnissen entfernte sich die Gruppe nach der Tat sowohl zu Fuß als auch mit Fahrzeugen vom Tatort.Für die Ermittler ist es nicht die erste Schießerei dieser Art in Schöneberg. Bereits Ende März war in der Nachbarstraße, der Ebersstraße, ein 38-Jähriger von mehreren Schüssen getroffen und schwer verletzt worden. Auch damals flüchteten die Täter unerkannt mit einem Fahrzeug.Ob zwischen beiden Taten ein Zusammenhang besteht, ist derzeit unklar. Die Ermittlungen in der aktuellen Schießerei führt die Kriminalpolizei der Direktion 4 gemeinsam mit einer Mordkommission.Lesen Sie auchDie Tat reiht sich zugleich in eine Serie von Schusswaffenermittlungen ein, die die Berliner Sicherheitsbehörden seit Monaten beschäftigen. Erst am Mittwoch teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit, dass Ermittler der BAO Ferrum im Zusammenhang mit Schüssen auf eine Wohnung in Kreuzberg eine scharfe Schusswaffe, Munition sowie Vermögenswerte in fünfstelliger Höhe sichergestellt haben. In dem Verfahren befinden sich mehrere Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen dauern an.Wir sind das WELT-Investigativteam: Sie haben Hinweise für uns? Dann melden Sie sich gerne, auch vertraulich – per E-Mail oder über den verschlüsselten Messenger Threema (8SNK792J).