Noch bevor die AfD in Sachsen-Anhalt haushoch gewinnt, steht in Berlin eine Gruppe von Männern unter einer Flagge. Mit grimmigen Gesichtern holen sie tief Luft.

Illustration:

Donata Kindesperk

E s ist der Abend vor der Sachsen-Anhalt-Wahl. Nebeneinander aufgereiht stehen zwölf breitschultrige Männer zwischen dreißig und sechzig, sie tragen Lederjacken und Bärte und schauen grimmig geradeaus. Dort, vor ihnen, hebt ein weiterer Mann langsam zwei Finger. Eins, zwei, drei. „Und wenn ein Mann, einen Mann liebt, soll er ihn lieben, wenn er ihn liebt…“

Das Dach in Schöneberg wird von einer Lichterkette beleuchtet, die aussieht, wie aus einer Zeit, als in den Lampen noch etwas glühte. Über den Männern hängt eine Regenbogenflagge. Um sie herum stehen die Gäste. Es ist ein fünfzigster Geburtstag.