Das James-Webb-Weltraumteleskop hat zusammen mit dem hawaiianischen Gemini-North-Observatorium den Beginn einer Kometenaktivität beim Himmelskörper 450P/LONEOS aufgezeichnet. Wie in einer auf dem Preprint-Server Arxiv vorab veröffentlichten Studie für das Planetary Science Journal zu lesen ist, analysierte das Team um den Astronomen Charles Schambeau von der US-amerikanischen University of Central Florida die entstehende Koma des Objekts. Das ist eine nebelartige Hülle aus Gas und Staub, die sich typischerweise um einen aktiven Kometenkern bildet.Anzeige

Bei 450P/LONEOS handelt es sich um einen sogenannten Zentauren. Diese Himmelskörper bilden eine Klasse von kleinen, eisigen Objekten, die sich auf oft instabilen Umlaufbahnen zwischen Jupiter und Neptun bewegen. Sie gelten in der Astrophysik als wichtiges evolutionäres Bindeglied zwischen den entfernteren transneptunischen Objekten im Kuipergürtel und den aktiven, kurzperiodischen Kometen der sogenannten Jupiterfamilie. Die Beobachtung ihrer frühen Entwicklungsstadien scheiterte bisher meist an ihrer geringen Leuchtkraft und der enormen Distanz zur Erde.

Saturn-Begegnung verändert die Umlaufbahn von 450P/LONEOS

Ursprünglich kreiste dieser inaktive Eisbrocken wesentlich weiter außen im Sonnensystem. Umfassende Bahnanalysen zeigen jedoch, dass der Himmelskörper im Jahr 1992 den Planeten Saturn in einer Entfernung von rund 4,6 Millionen Kilometern passierte und durch dessen gravitative Wechselwirkung auf eine sonnennähere Bahn abgelenkt wurde. Diese veränderte Flugbahn bot den Beobachter:innen eine seltene wissenschaftliche Gelegenheit.Anzeige