Weltkarten prägen unser Bild der Welt. Die Vereinten Nationen versuchen jetzt auf Initiative Afrikas, eine historische Verzerrung zu korrigieren.

UNO empfiehlt die Auswechslung: die Mercator-Projektion von 1569 soll international der Equal-Area-Projektion von 2018 weichen

African Union

D ie Erde ist keine Scheibe. Keine zweidimensionale Darstellung der Welt gibt die dreidimensionale Realität korrekt wieder. Diesem Dilemma begegnen Kartografen seit Jahrhunderten unterschiedlich. Einen möglichst genauen Bezug zur Wirklichkeit sollten Weltkarten aber schon haben, das ist seit der Renaissance eigentlich Konsens. Man könnte das für ganz einfach halten – ist es aber nicht. Wer je einen Globus betrachtet hat, wird sofort merken, wie anders die Welt sich präsentiert als auf jeder flachen Weltkarte.

Die Antarktis und Grönland sind überraschend winzig, das riesige Afrika drängt seinen kleinen nördlichen Nachbarn Europa fast an den Rand. Auf gebräuchlichen europäischen Weltkarten hingegen ist es andersherum. Da sind die polaren Weltregionen riesig, Afrika schrumpft auf ein Anhängsel Europas. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat nun am 4. September einen neuen internationalen Standard für Weltkarten beschlossen.