Das Gorki Theater in Berlin eröffnet mit Installationen im Theaterhaus. Sarkis' „Fuge“ erinnert auch an den polnischen Theatermacher Tadeusz Kantor.

Die Holzkreuze, ein Detail aus Sarkis' „Fuge“, waren Requisiten in vier Performances des Cricot 2 Theaters von Tadeusz Kantor

Andrea Rossetti

Nein, diesmal ist es kein Schwimmbad, wie bei der Volksbühne, mit dem ein Theater in Berlin gleich zu Anfang der Spielzeit klarstellen will, dass man den Theaterbegriff weit dehnen und mit benachbarten Künsten kooperieren will. Nein, diesmal werden Erinnerungen an einen Friedhof und an eine Kirche wachgerufen, wenn man den großen Saal des Maxim Gorki Theaters betritt. Wo Zuschauerreihen waren, breitet sich ein Feld aus Brettern aus, mit groben Holzkreuzen bestanden. Glocken läuten von der Bühne und ziehen den Blick nach oben in den Bühnenturm. Wird hier ein Theater begraben?

Das ist vermutlich die schlechteste Assoziation, auf die man kommen kann. Und alles andere als intendiert von der neuen Intendantin Çağla Ilk und dem türkich-armenisch-französichen Künstler Sarkis, der mit seiner mehrteiligen Installation „Fuge“ das Haus zur Eröffnung der Spielzeit bespielt. Die Holzplatten und Holzkreuze, so lernt man schnell, verweisen auf den polnischen Theatermacher Tadeusz Kantor (1915-1990), der die Platten für sein wanderendes Theater nutzte und mit den Kreuzen auch die Dinge auf der Bühne (und die Erinnerung an die Toten) mitsprechen ließ.