Nach Angriffen auf das Stromnetz in anderen Bundesländern hat die Polizei auch in Ostsachsen insgesamt zwölf Sprengvorrichtungen entdeckt. »Diese sollten Schäden an den elektrischen Hochspannungsleitungen durch einen Kurzschluss herbeiführen«, informierten die Sicherheitsbehörden. Die Sprengsätze seien »selbst hergestellt« worden. Spezialisten des Landeskriminalamtes hätten sie entschärft. »Zu einem tatsächlichen Schaden oder Beeinträchtigungen der Stromversorgung kam es nicht. Es besteht keine Gefahrenlage für die Bevölkerung«, hieß es.

Unterdessen geht der Einsatz weiter. Rein vorsorglich werde die elektrische Infrastruktur weiter abgesucht, hieß es. Die Ermittler setzen zudem auf Hinweise aus der Bevölkerung. Möglicherweise seien im Bereich von Hochspannungstrassen Personen oder Fahrzeuge aufgefallen. Von besonderem Interesse sei Bild- und Videomaterial. »Solche Aufnahmen können wichtige Erkenntnisse liefern und die Ermittlungsarbeit maßgeblich unterstützen«, so die Behörden: »Jeder Hinweis kann für die Aufklärung der Vorfälle von Bedeutung sein.«In den anderen Fällen sucht die Polizei aktuell mit einem Fahndungsfoto nach dem mutmaßlichen Stromsaboteur Daniel V. Er ist 48 Jahre alt, gemeldet in Gevelsberg und derzeit auf der Flucht. Der Tatverdächtige hatte selbst mit einem Bekennerschreiben auf sich aufmerksam gemacht.