Die Filmfestspiele von Venedig bieten: Pädophilie, die Arbeit in einer Jugendpsychiatrie, Grundlagen der Philosophie und Abgründe von Reality-TV.

Ausblick ins normale Leben: Jugendpsychatriestation im Film „15/18“

Ad Vitam Films

Großer Jubel: Lucia (Malou Khebizi) ist zurück. Wo genau, ist am Anfang nicht ganz klar. Zwei Polizisten haben sie die Treppe hoch begleitet, in einen nüchternen Empfangsraum, wo sie von einer Krankenschwester mit einem knappen „Wieder da?“ begrüßt wird. Bevor die 17 Jahre alte Lucia aber zurück zu den anderen Jugendlichen kann, prüft die Schwester ihre Taschen. Feuerzeuge, Scheren, alle potenziell gefährlichen Gegenstände muss Lucia abgeben.

Der französische Regisseur Cédric Kahn stellt in seinem Beitrag zum Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig, dem Spielfilm „15/18“, das Innenleben einer Jugendpsychiatrie vor. Lucia, die erste Protagonistin, wirkt lebensfroh, etwas übermütig, wobei ihre heftigen Reaktionen insbesondere auf das Psychiatriepersonal deutlich machen, dass etwas bei ihr nicht stimmt. Als der neue Arzt Jules kurz eingewiesen wird, erfährt er, dass Lucia schon mehrere „SV“ (Selbstmordversuche) hinter sich hat, wie mehrere Insassen der Station.