Im Urlaubsparadies Kroatien wächst die Empörung über eine illegale Mülldeponie, auf der giftige Abfälle aus Italien, Slowenien und Deutschland gelagert sein sollen. Zehntausende Kroatinnen und Kroaten demonstrierten in der Hauptstadt Zagreb gegen die Mitte-rechts-Regierung von Ministerpräsident Andrej Plenković, der sie Untätigkeit vorwerfen. Das berichtet das Nachrichtenportal index.hr .
Die Behörden hätten es unterlassen, die Mülldeponie zu entfernen, die nahe der Ortschaft Gospic das Grundwasser vergifte, lautete die Botschaft vieler Transparente. Gospic liegt etwa 25 Kilometer landeinwärts von der dalmatinischen Adriaküste entfernt, ungefähr auf halber Strecke zwischen Rijeka und Split.Die Demonstrantinnen und Demonstranten waren aus dem ganzen Land nach Zagreb gereist. Sie fordern unter anderem die Sanierung aller illegalen Mülldeponien in Kroatien, ein vorübergehendes generelles Importverbot für Müll sowie einen neuen Plan zum Abfallmanagement.
Europol ermitteltDas Thema gärt schon länger. Bereits am 13. Februar 2025 hatte Kroatiens Staatsanwaltschaft 13 Personen im Zusammenhang mit der illegalen Mülldeponie verhaften lassen, mit Unterstützung von Europol . Seither dauern die Ermittlungen an.Europol hatte damals erklärt, der meiste Müll sei über verschiedene Firmen illegal aus Italien gekommen, aber auch aus Slowenien und aus Deutschland. Es handle sich um Plastikmüll sowie um giftige Abfälle aus Krankenhäusern. Die Tatverdächtigen hätten mit den Geschäften mindestens vier Millionen Euro Gewinn gemacht.










