Beim taz-Forum in Rostock geben sich zivilgesellschaftlich Engagierte kämpferisch vor der Wahl – und rot-rot-grüne Vertreter sagen Unterstützung zu.

Jetzt am Montag könnte Michael Steiger seit Jahren erstmals wieder als Demo-Anmelder in Greifswald auf der Straße stehen. Wenn die AfD bei der Wahl in Sachsen-Anhalt tatsächlich durchmarschiert, will der 60-Jährige spontan auf die Straße gehen. Protest an sich ist für Steiger nichts Besonderes – seit Jahren ist er da in Mecklenburg-Vorpommern mittendrin.

Es gibt auch allen Grund in Mecklenburg-Vorpommern, gerade für die Demokratie auf die Straße zu gehen. Viele Blicke richten sich derzeit nach Sachsen-Anhalt, aber auch in dem Küstenland wird in zwei Wochen gewählt, ist die Lage brenzlig. Die extrem rechte AfD liegt in Umfragen vorn, räumte zuletzt bei Wahlen im Land ab. Steiger reist deshalb derzeit landauf, landab zum Klönschnack durch die Dörfer und wirbt in Gesprächen mit Bür­ge­r*in­nen für die Demokratie. Und er ist damit nicht allein, tut dies zusammen mit Mit­strei­te­r*in­nen des Ende 2025 eigens gegründeten Bündnisses „Zusammen bewegen“.

Am Freitagabend sitzt Steiger nun auf der Bühne im Peter-Weiss-Haus in Rostock. Die taz hat dort zum Forum geladen vor der Landtagswahl, rund 100 Zuhörende sind gekommen, der Saal ist voll. Und die Bühne bekommen zunächst Engagierte aus der Zivilgesellschaft. Michael Steiger berichtet, wie sein Bündnis auf ihrer Tour durchs Land lauter Engagierte treffen, die oft schon seit Jahren aktiv seien, ohne dass man voneinander wusste. Nun werde sich miteinander vernetzt – allein das sei schon ein Gewinn.