Der Charakterdarsteller Michael Mendl ist tot. Das teilte seine Agentin mit. Zuvor hatte die »Süddeutsche Zeitung« berichtet. Demnach sagte Mendls Familie, er sei »friedlich eingeschlafen«. Der Schauspieler wurde 82 Jahre alt.Mendl spielte in Kinofilmen wie »Der Untergang« und »Barfuss« mit, war in Fernsehfilmen von ARD und ZDF zu sehen und in der Netflix-Serie »Dark«. Er spielte öfter historische Figuren: Für seine Rolle als ehemaliger Bundeskanzler Willy Brandt im Zweiteiler »Im Schatten der Macht« erhielt er eine Goldene Kamera. Im Dokudrama »Karol Wojtyla« spielte er Papst Johannes Paul II. und im Drama »Die Gustloff« einen Kapitän.

Michael Mendl kam 1944 unter dem Namen Michael Sandrock im westfälischen Lünen zur Welt – als uneheliches Kind eines Priesters und einer Medizinstudentin. 1949 zog er mit der Mutter und seinem Stiefvater, von dem er den Familiennamen Mendl übernahm, nach Ludwigshafen.Bereits während seiner Gymnasialzeit, dann in Mannheim, begann er seine Karriere als Schauspieler: mit 14 Jahren als Statist am dortigen Staatstheater. Zunächst studierte er für kurze Zeit Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte in Wien, um sich dann der Schauspielausbildung an der Folkwangschule in Essen zu widmen. Er stand jahrelang auf Theaterbühnen.Erst spät kam er zum Film, Anfang der Neunzigerjahre. Da habe er wahnsinnig Glück gehabt, sagte Mendl 2019 in einem Interview. In TV-Filmen spielte er schon mal den Charmeur, aber Mendl sah sich selbst anders. »Ich bin ein Charakterheld«, sagte er. »Ich spiele die schweren, auch die bösen Rollen.«