Golfballgrosse Hagelkörner sorgen für Schäden in dreistelliger MillionenhöheDie Versicherer erwarten hohe Kosten nach dem Hagelsturm. Arg getroffen hat es den Autoimporteur Amag, bei dem im Aargau offenbar rund 2500 Neuwagen beschädigt wurden.05.09.2026, 05.29 Uhr3 LeseminutenAuffällig viele zerstörte Scheiben: ein vom Hagelsturm Ende August getroffenes Auto.Claudio Thoma / KeystoneAm 28. August zieht ein heftiges Gewitter durchs Mittelland. Am Aargauer Flugplatz Birrfeld beschädigen Hagel und Sturmböen an diesem Freitagmorgen Flugzeuge und Hangars. Auf dem bereits eingerichteten Gelände eines geplanten Festes werden Zelte und Abschrankungen umgerissen, die Überdachung der Bühne beschädigt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Nicht weit entfernt unterhält der Autoimporteur Amag ein riesiges Logistikzentrum für Neuwagen. Die Anlage in Lupfig ist so gross wie 21 Fussballfelder, bis zu 4000 Fahrzeuge stehen dort. Das Unwetter richtet offenbar auch dort Verwüstungen an. Gemäss Informationen der NZZ werden rund 2500 Autos beschädigt.Die Zahl wird von der Amag auf Anfrage weder bestätigt noch dementiert. «Das Hagelereignis von letzter Woche ist in der Region Aargau noch nicht vollständig und abschliessend ausgewertet», sagt ein Sprecher nur. Deshalb könne sich die Zahl der betroffenen Fahrzeuge in den kommenden Tagen noch verändern.Stark beschädigte FahrzeugeBei den Auswirkungen des Unwetters handelt es sich laut dem Amag-Sprecher mehrheitlich um kleinere bis mittlere Dellen. Fachleute können solche Hagelschäden häufig mit minimalen Eingriffen ausbessern. Eine aufwendige Neulackierung ist dann nicht nötig.Der Autoimporteur Emil Frey hatte offenbar mehr Glück als die Amag. An den Standorten in Härkingen, Frauenfeld und Winterthur prasselt zwar ebenfalls Hagel auf die lagernden Autos. «Die Schäden sind insgesamt jedoch überschaubar, auch im Vergleich zu früheren Hagelereignissen in diesem Jahr», sagt ein Sprecher.Laut dem Sprecher von Emil Frey ist aber etwas anderes augenfällig: die hohe Zahl von stark beschädigten Fahrzeugen, etwa mit eingeschlagenen Scheiben. Vereinzelt habe sein Unternehmen auch Totalschäden zu verzeichnen, sagt er.Der Grund für die teilweise massiven Zerstörungen liegt in der Grösse der Hagelkörner. Sie erreichten in gewissen Regionen gemäss dem Versicherungsunternehmen Axa einen Durchmesser von über fünf Zentimetern. In diesen Gegenden beobachten die Experten neben Beulen auch schwere Schäden wie beispielsweise eingeschlagene Windschutzscheiben. Dies führe «zu einer Häufung von Totalschäden», sagt eine Axa-Sprecherin.Auch die Allianz bestätigt, dass viele Fahrzeuge erheblich getroffen worden seien, insbesondere an Scheiben, Glasdächern und Panoramadächern. Im Vergleich zu früheren Hagelereignissen erwartet die Allianz darum «einen erhöhten Anteil an Fahrzeugen mit Totalschaden».Grosse Gebiete betroffenDas Unwetter traf einen breiten Streifen des Mittellandes – und damit dichtbesiedeltes Gebiet. Vom Aargau zog die Hagelfront über das Zürcher Unterland weiter in Richtung Schaffhausen und Bodensee. Als Folge liefen bei den Autoversicherern die Drähte heiss. Bei der Zurich gingen am Tag des Unwetters per Telefon sechsmal so viele Schadensmeldungen ein wie üblich. Digital über die Website waren es gar zehnmal so viel.Die Allianz verzeichnet bis anhin über 11 000 Schadensmeldungen zu Fahrzeugen. «Die Zahl steigt laufend an, da uns weiterhin neue Meldungen erreichen», sagt ein Sprecher. Die Konkurrentin Axa spricht ebenfalls von einem aussergewöhnlichen Ausmass – auch, weil es «sehr viele Schäden in kurzer Zeit gab».Eine Frau reinigt ihren Balkon nach dem heftigen Gewitter in Bülach.Claudio Thoma / KeystoneLaut der Mobiliar war das Unwetter das bisher mit Abstand schwerste in diesem Jahr. Der Versicherer hat schweizweit insgesamt rund 20 000 Schadensmeldungen erhalten. 15 500 davon betreffen Fahrzeuge. Auch bei der Mobiliar geht man davon aus, dass die Zahl der Meldungen noch steigen wird.Wie hoch die Schäden des Hagelsturms am Schluss insgesamt sein werden, können die befragten Versicherer noch nicht genau abschätzen. Die Allianz rechnet nach ersten Indikationen mindestens mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag. Die Mobiliar geht gar von Schäden im dreistelligen Millionenbereich aus.Das grosse Ausmass der Zerstörung führt laut der Mobiliar dazu, dass Reparaturwerkstätten an ihre Grenzen kommen. Auch Axa berichtet von Wartezeiten bei den Partnergaragen und Werkstätten. Vereinzelt komme es auch zu Engpässen bei Ersatzteilen. Die tatsächliche Verfügbarkeit ist laut einer Axa-Sprecherin aber je nach Marke und Modell unterschiedlich.Passend zum Artikel
Golfballgrosse Hagelkörner: Unwetter beschädigt 2500 Neuwagen bei der Amag im Aargau
Die Versicherer erwarten hohe Kosten nach dem Hagelsturm. Arg getroffen hat es den Autoimporteur Amag, bei dem im Aargau offenbar rund 2500 Neuwagen beschädigt wurden.







