Das Verhältnis von Notenbanken und Staaten tritt in eine neue Ära ein. Gewaltige Staatsschulden in vielen Ländern dürften den Druck erhöhen, Auswege über die Notenpresse zu schaffen. Zudem scheinen die im Aufwind befindlichen populistischen Strömungen eine Neigung zu haben, Notenbanker zu diskreditieren, um sie gefügig zu machen.In solchen Zeiten braucht man standhafte Notenbanker. Allein schon deshalb ist es wichtig, wer künftig EZB-Präsident wird.Es ist eigentlich ein Skandal, dass Deutschland als wichtiges Gründungsmitglied nach mehr als einem Vierteljahrhundert Europäischer Währungsunion noch nie den EZB-Präsidenten gestellt hat. Aber noch wichtiger als die Frage, ob es jemand aus Deutschland, ein Mann oder eine Frau, ein EZB-Ratsmitglied oder jemand von außen wird, ist die Haltung.Man braucht jemanden, der ähnlich wie Jerome Powell in den Vereinigten Staaten zuletzt standhaft ist, sich ganz spießig an die eigenen Regeln hält und sich von äußerem Druck nicht beeindrucken lässt. Das klingt nach wenig, ist aber viel. Es wird langsam Zeit, die Entscheidung zu treffen.