PfadnavigationHomePolitikAuslandAttacke in KiewRussland greift Geheimdienst-Zentrale mit Drohne an – Selenskyj kündigt Vergeltung anStand: 04.09.2026Lesedauer: 2 MinutenEine russische Drohne hat die Zentrale des ukrainischen Geheimdienstes SBU in Kiew getroffen. Für WELT-Reporter Christoph Wanner ist der Angriff eine „weitere Eskalation“: „Das ist natürlich eine Hiobsbotschaft für mögliche Verhandlungen.“Eine russische Drohne hat laut Präsident Wolodymyr Selenskyj auf das Büro des SBU-Chefs in Kiew gezielt. Fünf Menschen wurden verletzt.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenEine russische Drohne hat am Freitag das ⁠Hauptquartier des ukrainischen Geheimdienstes SBU im Zentrum von Kiew getroffen. „Die Drohne zielte direkt auf das Arbeitszimmer des SBU-Leiters in diesem Gebäude“, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram mit. Er kündigte Vergeltung an. Er habe den Befehl ⁠erteilt, eine angemessene und spürbare Antwort vorzubereiten, die dem Angriff möglichst ‌entspreche, teilte Selenskyj auf ​dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mit. Über dem historischen Stadtteil ​nahe der Sophienkathedrale stieg dichter schwarzer Rauch auf.Lesen Sie auchZahlreiche Rettungswagen und Einsatzkräfte eilten zum Einsatzort. Nach Angaben des Kiewer ​Bürgermeisters Vitali Klitschko wurden fünf Menschen verletzt. Auch eine gegenüberliegende Bäckerei wurde zerstört. Kiew ‌steht seit zehn Tagen unter ununterbrochenem russischen Drohnenbeschuss. Am Mittwoch war eine Universität im Stadtzentrum getroffen worden, wobei mindestens sieben Menschen verletzt wurden. Dass Regierungsgebäude beschädigt werden, ist in dem seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Krieg jedoch selten.Der SBU gilt als zentraler ‌Akteur im ukrainischen Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg. Der ‌Geheimdienst zeichnet immer wieder für ⁠folgenschwere Angriffe ⁠tief im russischen Hinterland verantwortlich, um die dortige Militärmaschinerie und ‌Energieinfrastruktur zu schwächen. Zu den bekanntesten ​Operationen gehören die Sprengung der Brücke zur besetzten Halbinsel Krim im Jahr 2022 ​sowie ​ein Drohnenangriff unter dem Codenamen „Spinnennetz“ auf strategische russische Bomber im Jahr 2025. Zudem wird dem SBU ⁠eine Schlüsselrolle bei verdeckten Tötungen hochrangiger russischer Militärs zugeschrieben, denen die Ukraine Kriegsverbrechen vorwirft. Russland verurteilt diese Tötungen als Terroranschläge.Reuters/dpa/lfb