Nach dem tödlichen Gewaltakt im niederländischen Dorf Overasselt nahe der deutschen Grenze stehen 32 Personen unter Mordverdacht. Sie wurden dem Untersuchungsrichter vorgeführt und werden zunächst als Bande beschuldigt, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Gegen alle Verdächtigen werde wegen Mordes oder Totschlags an einem Personenschützer und versuchten Mordes an zwei Polizeibeamten ermittelt, die schwer verletzt wurden. Außerdem bestehe der Verdacht auf vorbereitende Handlungen zu Mord, Totschlag, Geiselnahme und Freiheitsberaubung sowie unerlaubten Waffenbesitz.Am Dienstagmorgen gegen vier Uhr waren mehr als 30 vermummte und zum Teil schwer bewaffnete Personen zu einem Haus gezogen. Als die Polizei nach einem Alarmruf dort eintraf, wurde aus der Gruppe sofort das Feuer auf die Beamten eröffnet. Hintergrund der Gewalt ist nach Medienberichten ein Konflikt von Drogenbanden um eine Lieferung von Kokain.Ziel des Anschlages soll der 28 Jahre alte Jan G. sein, der in dem Haus in dem Dorf gemeinsam mit seiner Familie wohnt. Er war in diesem Jahr wegen Drogendelikten zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden. Die Berufung durfte er in Freiheit abwarten. Das Haus wurde von dem getöteten Personenschützer bewacht.Justizminister: „Echtes Problem mit organisierter Kriminalität“Die Gruppe der Beschuldigten besteht nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus 16 französischen, elf niederländischen, zwei algerischen und je einem libyschen, ukrainischen und belgischen Staatsangehörigen. Unter den Verdächtigen befinden sich zwei minderjährige Franzosen im Alter von 16 und 17 Jahren. Die übrigen Verdächtigen sind zwischen 18 und 32 Jahre alt. Zum jetzigen Zeitpunkt werde nicht zwischen dem oder den Schützen und denjenigen unterschieden, die möglicherweise keinen Schuss abgegeben haben.Justizminister David van Weel sagte am Freitag, dass es ein „echtes Problem mit organisierter Kriminalität“ im Land gebe, und verwies auf die Drogenkartelle von Ridouan Taghi und Jos Leijdekkers. Wahrscheinlich handele es sich nun abermals um eine Abrechnung im kriminellen Milieu.Während Taghi eine lebenslange Freiheitsstrafe verbüßt und auf die Revision seines Prozesses wartet, hält sich Leijdekkers in Sierra Leone auf, wo er unter dem Schutz der staatlichen Behörden zu stehen scheint. Ob der Mann, der in Abwesenheit zu langen Freiheitsstrafen in den Niederlanden und Belgien verurteilt wurde, in den aktuellen Fall verwickelt ist, steht nicht fest. Seine Anwälte wiesen das zurück, die Polizei äußerte sich bisher nicht dazu.
Nach tödlichem Angriff 32 Personen unter Mordverdacht
Sie kamen einer Abrechnung im Drogenmilieu in die Quere: In einem niederländischen Dorf wurde am Dienstag ein Personenschützer erschossen, zwei Polizisten wurden schwer verletzt. Nun gibt es 32 Verdächtige.










