Wer in den Achtzigerjahren seine Jugend verbracht hat, dürfte sich in einem Science-Fiction-Film aus der damaligen Zeit fühlen, wenn er auf die rasante Entwicklung der Robotertechnologie blickt. Denn die humanoiden Roboter sind inzwischen Teil der Wirklichkeit geworden und werden die Fabrikhallen rund um den Erdball in naher Zukunft immer stärker dominieren. Beim Münchner Start-up Agile Robots produzieren alte Roboter schon die nächste Generation an Robotern. Im Werk sieht man schon mehr Roboter als Menschen.Da kann es einem mulmig werden, doch dürfen nicht die Möglichkeiten in den Hintergrund rücken, die der technologische Fortschritt Menschen eröffnet. Mit den Robotern ist es wie mit der Künstlichen Intelligenz (KI): Menschen können von stupiden und alles andere als sinnerfüllten Tätigkeiten entlastet werden.Die Befreiung von Fließbandarbeit muss genutzt werden, sich anspruchsvolleren Tätigkeiten zu widmen. Das ist mit einer Umstellung verbunden, die eine gewisse Anpassungszeit erforderlich macht. Nur kann es kein Argument sein, die Möglichkeiten des technischen Fortschritts einzig und allein deshalb zu unterbinden, weil dann unattraktive Arbeitsplätze wegfallen.Jeder muss sich an die Änderungen der Zeit anpassen, weil sich die Zeit nicht aufhalten lässt. Je offener der Umgang damit ist, desto schneller erfolgt die Anpassung. Gleichzeitig gilt es, wachsam zu bleiben, weil die immer stärkere Technologisierung und Digitalisierung stets von den Menschen kontrolliert werden muss. Die KI kann Fehler machen. Für sogenannte Halluzinationen können auch Roboter anfällig sein, die in der Fachwelt inzwischen in die „Physical AI“, also die physische KI, eingeordnet werden.Der Mensch bleibt gefordert, die Halluzinationen schnell zu entdecken. Ansonsten können die Fehler in der Produktion schnell teuer werden. Ganz zu schweigen von den Katastrophen, die KI-Halluzinationen in der Energieversorgung oder im Transport verursachen können.Gesellschaft und Industrie müssen sich möglicher Fehlentwicklungen bewusst sein, aber die Chancen des Fortschritts nutzen. Die „Robotech“, so hieß es eine Animations-Fernsehserie der Achtzigerjahre, ist ein Zukunftsmarkt mit hohem Potential. Es ist erfreulich, dass mit Agile Robots und Neura zwei deutsche Unternehmen an der nächsten industriellen Revolutionen mitwirken.