Nvidia baut sein KI-Imperium aus und übernimmt die Plattform Hugging Face für knapp 13 Milliarden DollarDer Chip-Riese kauft die wichtigste Plattform für offene KI-Modelle, es ist die teuerste Übernahme in Nvidias Firmengeschichte. Warum der Schritt aus strategischer Sicht Sinn ergibt.04.09.2026, 01.12 Uhr3 LeseminutenNvidia übernimmt die Plattform Hugging Face für knapp 13 Milliarden Dollar.Neue Zürcher ZeitungDer wertvollste Konzern der Welt und führende Chiphersteller Nvidia baut seine Macht in der KI-Industrie weiter aus: Am Donnerstag gab der CEO Jensen Huang bekannt, dass Nvidia die KI-Software-Plattform Hugging Face für 12,9 Milliarden Dollar übernimmt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Auf der 2016 gegründeten Plattform kann jedermann Open-Source-KI-Modelle kostenlos nutzen, auf Datensätze zugreifen und KI-Anwendungen teilen. Sie ist wie eine öffentliche Bibliothek für offene KI-Modelle und -Anwendungen: Jeder kann sich etwas ausleihen und nutzen oder die Sammlung auch um eigene Werke ergänzen. Hugging Face selbst verdient nur an Zusatzleistungen, etwa an Abos für mehr Speicherplatz. Nur 3 Prozent der Nutzer zahlen überhaupt etwas.Und trotzdem hat das Konzept verblüffenden Erfolg: Jüngst hat die Plattform mehr als 100 Millionen Dollar Jahresumsatz vermeldet. Hugging Face ist dabei vergleichbar mit der Software-Plattform Github, die wiederum von Microsoft 2018 für 7,5 Milliarden Dollar übernommen wurde.Ein erstes Übernahmeangebot war gescheitertNvidia interessiert sich bereits seit längerem für die Plattform: Sie ist ein wichtiger Ansatzpunkt, um Nvidias Macht innerhalb des KI-Ökosystems weiter auszubauen. Auch ist Nvidia gemäss eigenen Angaben bereits heute der grösste Mitwirkende auf Hugging Face mit mehr als 500 dort veröffentlichten KI-Modellen und 250 frei zugänglichen Datensets.Nvidias CEO Jensen Huang.Manami Yamada / ReutersSchon Anfang des Jahres hatte Huang deswegen als Investor mit 500 Millionen Dollar einsteigen wollen; Hugging Face wurde im Rahmen dieses Angebots mit 7 Milliarden Dollar bewertet. Die drei aus Frankreich stammenden Gründer lehnten jedoch ab, weil sie die Unabhängigkeit der Plattform bewahren wollten und Nvidia der grösste Investor geworden wäre. Offenbar hat sich diese Perspektive nun geändert.Der Mitgründer und CEO von Hugging Face, Clem Delangue, sagte, die Plattform habe dank Nvidia nun ganz neue Möglichkeiten, zu wachsen. «Seit der Gründung von Hugging Face haben wir immer wieder zahlreiche Investitions- und Übernahmeangebote erhalten, die wir in der Vergangenheit abgelehnt haben», sagte Delangue. Nun habe erstmals alles gepasst.«Ich glaube, uns wurde klar, dass Hugging Face und Open-Source-KI im Allgemeinen an einem Wendepunkt standen und dass es mehr brauchte – mehr Ressourcen, mehr Reichweite, mehr Sichtbarkeit», sagte er in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC.Die Übernahme werde «dafür sorgen, dass KI weltweit stärker verteilt ist und eine zu starke Machtkonzentration vermieden wird». Die amerikanischen Wettbewerbsbehörden könnten jedoch noch anderer Meinung sein, und sie müssen der Übernahme noch zustimmen.Geschieht dies tatsächlich, ist es für Nvidia die bis dato teuerste Firmenübernahme. Für Nvidia ergibt der Schritt Sinn, weil die Firma damit erstens einen wichtigen Verteilungskanal für offene KI-Modelle kontrolliert: Mehr als 18 Millionen KI-Entwickler nutzen die Plattform, und gemäss Nvidia entdecken 200 000 Firmen auf diesem Weg neue KI-Anwendungen. Und mehr offene KI-Modelle bedeuten zweitens, dass Nvidias KI-Chips mehr nachgefragt werden und die Firma weniger abhängig ist von der Nachfrage einzelner grosser Akteure wie Open AI und Anthropic.Die Plattform soll nichts von ihrem Charakter verlierenNvidias CEO Huang bemühte sich am Donnerstag, zu betonen, dass er den Open-Source-Charakter von Hugging Face auch nach der Übernahme beibehalten wolle. «Gemeinsam werden wir die Plattform von Hugging Face skalieren, ihre Infrastruktur stärken und den Zugang zu KI für Entwickler und Institutionen weltweit ausbauen.» Huang unterstrich die Bedeutung von offenen KI-Modellen für die Gesellschaft: «Dank offenen Modellen können Startups, Unternehmen, Hochschulen und öffentliche Einrichtungen auf fortschrittliche Funktionen zurückgreifen, ohne jedes Modell von Grund auf neu trainieren zu müssen.»Hugging Face geriet vor wenigen Wochen weltweit in die Schlagzeilen, als KI-Agenten von Open AI aus der Testumgebung ausbrachen und eigenständig die Hugging-Face-Plattform hackten. Hugging Face bemerkte den Vorfall erst nach mehr als einer Woche.Passend zum Artikel