Ist das der Durchbruch zur AGI? Open AI feiert neues KI-Modell Astra als technologische SternstundeKurz vor dem Börsengang will OpenAI die Technologieführerschaft bei KI zurückerobern und behauptet, mit GPT-6 Astra «das intelligenteste Modell der Welt» gebaut zu haben. Präsident Greg Brockman sieht gar den Beginn eines neuen Zeitalters.03.09.2026, 20.33 Uhr4 LeseminutenOpen AI will mit dem neuen Modell die Technologieführerschaft bei KI zurückerobert haben.Kim Kyung-Hoon / ReutersSeit Wochen war es angekündigt, nun ist es hier: OpenAI hat am Donnerstag ein neues KI-Modell vorgestellt, das gemäss eigenen Angaben einen «Generationensprung bei den Fähigkeiten» von KI darstellt. Das Modell namens GPT-6 Astra soll echte Durchbrüche in der Cybersicherheit, Wissenschaft und Computernutzung ermöglichen. Bei Benchmark-Tests in den Bereichen Mathematik, logischem Denken und Cybersecurity hat das Modell angeblich Spitzenwerte erreicht.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.In einem Videotelefonat mit Journalisten pries OpenAIs Mitgründer und Präsident Greg Brockman am Donnerstag das Modell als das «derzeit intelligenteste der Welt» an. Damit beansprucht Open AI für sich, im Wettrennen um die leistungsfähigste KI nun wieder an der technologischen Speerspitze zu sitzen – so wie nach dem Start von Chat GPT vor knapp vier Jahren, mit dem Open AI die globale KI-Revolution losgetreten hatte. Heute nutzen 1 Milliarde Menschen jede Woche den Chatbot Chat GPT.Unlängst hatte Open AI jedoch die Führerschaft an den Konkurrenten Anthropic verloren; die Firma war vor fünf Jahren von einer Gruppe ehemaliger Open-AI-Mitarbeiter gegründet worden.Open AI wird zurzeit mit 730 Milliarden Dollar bewertet, Anthropic mit 965 Milliarden Dollar. Anders als Open AI schreibt Anthropic seit einigen Monaten schwarze Zahlen, weil die KI-Firma vor allem bei Unternehmen sehr beliebt ist.Beide Firmen wollen in den kommenden Monaten an die Börse gehen; Anthropic könnte dabei gar eine Bewertung von 2 Billionen Dollar erreichen und den Börsengang von Space X als grössten der Geschichte ablösen. Entsprechend wichtig ist die öffentliche Wahrnehmung dessen, welche Firma bei KI als weltweit führend wahrgenommen wird.Rückblickend werde der jetzige Moment ein Meilenstein seinBrockman ging im Gespräch mit Journalisten am Donnerstag sogar so weit, das neue Modell als Durchbruch in das Zeitalter der künstlichen allgemeinen Intelligenz (auf Englisch AGI, artificial general intelligence) zu feiern. Das bedeutet eine KI, die intellektuelle Aufgaben auf dem Niveau eines Menschen verstehen, lernen und ausführen kann. «Willkommen in der Ära der AGI», sagte er.Die Debatte darum, wie AGI genau aussehen werde und wann sie erreicht sei, sei in letzter Zeit verschwommen, sagte Brockman, jeder habe eine andere Definition davon. «Aber wenn wir in ein paar Jahren zurückschauen, werden wir feststellen», dass der Meilenstein der AGI «um diese Zeit herum und mit diesem Modell erreicht wurde».Greg BrockmanReutersBrockman stellte jedoch auch klar, dass es keine vertraglichen Auswirkungen auf die Zusammenarbeit mit Microsoft mehr habe, ob nun AGI erreicht sei oder nicht. Der Windows-Konzern war einer der frühesten Investoren in Open AI und hatte ursprünglich bestimmte Zahlungen an den Zeitpunkt geknüpft, an dem Open AI künstliche allgemeine Intelligenz erreicht. Diese Auflagen wurden seitdem jedoch wieder aufgehoben. Brockman sagte, heute stehe AGI «eher für ein Leitbild oder ein spirituelles Konzept».Dennoch: Die erste Firma, die sich diesen Durchbruch glaubhaft auf die Fahnen schreiben kann, dürfte von Nutzern und auch Investoren viel Aufmerksamkeit bekommen.Mehr Sicherheitsschranken für das neue ModellBrockman erklärte auf Nachfrage auch, dass GPT-6 Astra die jüngst aufgegleiste freiwillige Sicherheitsüberprüfung der amerikanischen Regierung durchlaufen habe. Diese richtet sich speziell an geschlossene Modelle der führenden KI-Firmen. Was sie genau umfasst, ist jedoch nicht öffentlich bekannt.Mia Glaese, bei Open AI für Forschung und Sicherheit verantwortlich, sagte zudem, dass die KI nun besser überwacht werde, um sicherzugehen, dass sie nicht vom Interesse der Nutzer abweiche. Vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass KI-Agenten von Open AI aus der Testumgebung ausgebrochen waren und die KI-Plattform Hugging Face gehackt hatten.In einem Videotelefonat mit Journalisten zeigte Open AI ein kurzes Werbevideo zu GPT-6 Astra: Dieses hob besonders die agentischen Fähigkeiten hervor, also die Möglichkeiten der KI, Aktionen für einen Nutzer auszuführen und nicht nur Text zu formulieren. Demzufolge kann GPT-6 Astra für Nutzer nun auch eigenständig Reservierungen und Bestellungen vornehmen – im Video waren das «Rindfleisch mit Reis von dem Laden, bei dem ich letzte Woche bestellt habe» und «ein Tennisplatz für heute Nachmittag». Für die KI nun offenbar kein Problem mehr.Glaese sagte, sie gehe davon aus, dass die Nutzer angesichts der erweiterten Fähigkeiten von ChatGPT-6 Astra nun mehr und mehr Aufgaben an die KI übertragen würden.Das Preismodell könnte sich bald ändernOb das neue Modell tatsächlich so gut ist wie behauptet oder ob es sich als eine Marketingoffensive vor dem Börsengang entpuppt, davon werden sich die Nutzer bald selbst ein Bild machen können. Astra steht seit Donnerstag zunächst einer ausgewählten Gruppe von Unternehmenskunden und Sicherheitsexperten zur Verfügung. Diese sollen auf etwaige Probleme aufmerksam machen. «In den kommenden Tagen» sollen dann auch Abonnenten, die für Chat-GPT Pro und Enterprise zahlen, sowie Geschäftspartner Astra nutzen können.Laut Open AI wird GPT-6 Astra für die Nutzer deutlich teurer sein als das bisher führende Modell der Firma, es soll die zweieinhalbfachen Token-Preise kosten. Damit ist es preislich vergleichbar mit dem Spitzenmodell von Anthropic. Brockman deutete aber auch an, dass Nutzer womöglich bald nicht mehr pro verwendeten Token zahlen müssten, sondern pro Aufgabe, die die Modelle gelöst haben. «Es ergibt keinen Sinn, Token mit Preisen zu versehen», sagte er. «Unsere Token unterscheiden sich von denen unserer Mitbewerber, und auch zwischen Modellfamilien gibt es Unterschiede.»Passend zum Artikel
Open AI stellt ein neues GPT-Modell vor
Kurz vor dem Börsengang will Open AI die Technologieführerschaft bei KI zurückerobern und behauptet, mit GPT-6 Astra «das intelligenteste Modell der Welt» gebaut zu haben. Präsident Greg Brockman sieht gar den Beginn eines neuen Zeitalters.










