Am Dienstag um 14.04 Uhr landete eine kurze Nachricht in unserem Open-Door-Postfach: „Ich hätte da eine brisante Wahlsache zur Veröffentlichung. Bei Interesse bitte ich um Rückruf.“ Darunter eine Telefonnummer und der Name Klaus-Lothar Bebber. Unser Reporter Willy Weyhrauch griff zum Telefonhörer.
Bebber erzählte von seiner 95-jährigen Tante, die seit Jahren dement ist und in einer Seniorenresidenz in Dessau lebt. Ihre Wahlunterlagen seien angeblich geschreddert worden. Im Wahlbüro habe er dann erfahren: Die Unterlagen waren bereits beantragt worden. Und seine Tante hatte bereits gewählt. Wenig später saß unser Reporter im Auto nach Dessau.
Dann begann das Telefonieren
Bebber zeigte ihm den Strafantrag und die Unterlagen und erzählte noch einmal, was passiert war. Willy Weyhrauch ging die Dokumente sorgfältig durch, stellte Fragen und verglich Bebbers Angaben mit dem, was sich nachvollziehen ließ. Dann begann das Telefonieren.
Was sagt die Stadt Dessau? Was sagt die Seniorenresidenz? Ist der Vorgang bei der Staatsanwaltschaft bekannt? Was lässt sich bestätigen, was nicht? Bebber hatte sich zuvor selbst an verschiedene Stellen gewandt. Doch als Privatperson stößt man schnell an Grenzen. Eine Redaktion kann nachhaken, Unterlagen abgleichen und diejenigen mit Fragen konfrontieren, die etwas dazu sagen können oder müssen.











