Die US-amerikanische Frauenrechtlerin Gloria Steinem ist tot. Sie starb im Alter von 92 Jahren in New York, wie ihre Stiftung bekannt gab. Die gefeierte Autorin und Aktivistin war einer der einflussreichsten Stimmen der US-amerikanischen Frauenbewegung und setzte sich ihr Leben lang unermüdlich für feministische Anliegen ein.

Mit ihrem markanten, in der Mitte gescheitelten, gesträhnten Haar und ihrer großen Pilotenbrille war Steinem, Mitbegründerin des »Ms. Magazine«, eine unverkennbare Erscheinung. Einen Großteil ihres Lebens als Aktivistin verbrachte Steinem auf Reisen, hielt Vorträge an Hochschulen und in Gemeindezentren, bei Kundgebungen und Demonstrationen. Sie starb am Mittwoch in ihrem Haus in New York City.»Von der widerwilligen Sprecherin zur Leuchtturmfigur des positiven Wandels – ihr Lebensweg ist einzigartig. Sie war eine amerikanische Vorreiterin, die uns alle ansprechen konnte«, sagte die Film- und Theaterregisseurin Julie Taymor 2017 in einem Interview mit der »New York Times« über Steinem.

Taymor führte Regie bei dem Film »The Glorias« aus dem Jahr 2020, der Steinems Leben im Laufe der Jahre nachzeichnet und auf ihrer 2015 erschienenen Bestseller-Autobiografie »My Life on the Road« basiert.»Unternehmerin des sozialen Wandels«Steinem bezeichnete sich selbst als »Unternehmerin des sozialen Wandels«. Ich möchte den Frauen, denen ich begegne, gerecht werden und ihre Geschichten erzählen«, sagte sie 2015 dem Magazin »The New Yorker«. »Es geht darum, Verbindungen herzustellen und mich selbst als Zuhörerin einzusetzen, denn wir können Frauen nicht stärken, ohne ihren Geschichten zuzuhören.«