Auf dem ganzen Kontinent wächst ein Netzwerk libertärer und konservativer Denkfabriken. In Argentinien diskutieren sie nun politische Reformen.

Bekannt für seine Frisur und den radikalen Staatsumbau: Argentiniens Javier Milei

Angela Ponce/reuters

Es war ein Heimspiel. Am Mittwoch endete die zweitägige Konferenz „Vientos de Cambio“ in Buenos Aires mit einem Statement des argentinischen Präsidenten Javier Milei: Die politische Landschaft in der Region habe sich verändert, die linken Kräfte auf dem Kontinent sind auf dem Rückzug. „Im Oktober 2020 war der Kontinent fast vollständig rot gefärbt, und heute sind viele Länder blau gefärbt“, so Milei.

In seiner Rede gab Milei sich als Präsident mit einer Vision von Freiheit und Staatsabbau und hob ausgiebig die Erfolge bei der Bekämpfung von Inflation und Haushaltsdefizit hervor. Seine Geg­ne­r*in­nen und die Opposition machte er für die desaströse Hinterlassenschaft der Vergangenheit verantwortlich, auch die Presse bekam wieder ordentlich ihr Fett weg. Der „Müll mit Mikrofonen“, die „Auftragskiller“ und die „Analphabestien“ – eine Wortschöpfung aus Analphabeten und Bestien – würden alles in den Dreck ziehen und schwarzmalen.