Argentiniens Präsident Javier Milei ist eine Art Superstar der internationalen Politik. Konservative Politiker, Unternehmer und Medien – auch und gerade in Deutschland – feiern ihn als eine Art Heilsbringer, der mit seiner „disruptiven Politik“ einen Ausweg aus der politischen und wirtschaftlichen Krise weisen soll, die inzwischen weite Teile der Welt erfasst hat. Gleichzeitig ist Milei auch für die politische Linke zu einer Schlüsselfigur geworden, weil seine radikal neoliberale Wirtschaftspolitik und sein autoritärer Politikstil weit über Argentinien hinaus Aufmerksamkeit erregen. Inzwischen kennt fast die ganze Welt den Mann, der im Wahlkampf 2023 mit einer Kettensäge herumfuchtelte und versprach, den Staat radikal zusammenzustreichen.Umso erstaunlicher ist es, dass bislang nur wenig deutschsprachige Sachliteratur über Milei erschienen ist. Der Journalist Frederic Schnatterer, der unter anderem regelmäßig für die Berliner Zeitung über Lateinamerika berichtet, schließt diese Lücke nun mit seinem Buch „Freiheit für wen? Mileis Argentinien als Versuchslabor der Ultrarechten“. Darin geht er zentralen Fragen nach: Wie konnte jemand wie Javier Milei Präsident werden? Woher kommt er? Wer steht hinter ihm? Und wie hat er Argentinien verändert?