«Ceuta verkauft sich nicht, Ceuta ergibt sich nicht» – Zehntausende Menschen gingen in Spanien für Ceuta auf die StrasseDie Menschen protestierten am Mittwoch gegen die Migrationspolitik von Ministerpräsident Pedro Sánchez und warfen ihm mangelnde Unterstützung vor.03.09.2026, 10.28 Uhr3 LeseminutenDemonstranten in Ceuta fordern, dass Migranten die spanische Enklave verlassen.ReutersOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.(dpa) Angesichts der Migrationskrise in Ceuta haben Zehntausende Menschen bei landesweiten Kundgebungen für die Zugehörigkeit der Nordafrika-Exklave zu Spanien und gegen die Migrationspolitik der Regierung in Madrid demonstriert. Teilnehmer und Redner warfen der Zentralregierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez eine Beschwichtigungspolitik gegenüber Marokko und mangelnde Hilfe für Ceuta vor. Zwar beansprucht Marokko Ceuta schon lange für sich, macht in dieser Frage aber derzeit keinen besonders grossen Druck.Die Nationalpolizei trieb laut einem Bericht von «El País» extremistische Gruppierungen, die sich in der Umgebung des Abgeordnetenhauses in Madrid aufhielten, mit Tränengas und Gummigeschossen auseinander. Vier Demonstranten, darunter zwei Minderjährige, wurden laut dem Bericht wegen Unruhe und Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen. Zudem seien vier Polizisten verletzt worden.In Madrid gingen die Menschen am 2. September für Ceuta auf die Strasse. Auch gegen die Migrationspolitik der Regierung wurde demonstriert.Imago/gabriel Luengas / ImagoOppositionsführer greift Regierung scharf anDer spanische Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo von der konservativen Volkspartei sprach von einer «Invasion» durch Migranten, hinter der Marokko stecke. Er bezichtigte Sánchez und dessen Regierung der Lüge. Sie hätten behauptet, es habe keine Warnung vor der Migrationskrise gegeben und Marokko habe dazu auch nicht angestiftet. Beides sei nicht wahr.In Ceuta forderten Tausende Menschen unter einem Meer spanischer Flaggen eine Rückkehr zur Normalität und den Verbleib der Exklave bei Spanien. «Ceuta verkauft sich nicht, Ceuta ergibt sich nicht», stand auf Transparenten.Am 30. und 31. Juli waren nach Regierungsangaben mindestens 72 000 Migranten nach Ceuta geströmt. Einen Monat später waren noch immer etwa 5000 von ihnen in der Exklave. Sie campierten zum Teil auf Strassen und Stränden, was für die 83 000 Einheimischen eine grosse Belastung darstellt. Immer wieder kommt es zu Demonstrationen und teilweise auch zu gewalttätigen Übergriffen auf Migranten und private Hilfsorganisationen.Spanien darf die Migranten aus rechtlichen Gründen nicht kollektiv abschieben, sondern muss jeden Asylantrag individuell entscheiden. Das dürfte noch Wochen oder Monate dauern. Auf das Festland will die spanische Zentralregierung die Menschen aber auch nicht bringen, weil andere Schengenmitglieder dann Grenzkontrollen zu Spanien einführen könnten, wie dies etwa Italien schon getan hat. Ceuta gehört nicht zum Schengenraum.Auch Rechtspopulisten demonstriertenAufgerufen zu den Kundgebungen am 2. September, dem Tag des Regionalfeiertages in Ceuta, hatte der Dachverband FEMP der spanischen Kommunen, der von der konservativen oppositionellen Volkspartei PP geleitet wird. Auch die rechtspopulistische Vox beteiligte sich an den Demonstrationen.Nach Angaben der Vertretung der Zentralregierung beteiligten sich rund 50 000 Menschen an der Kundgebung in Madrid. PP-Generalsekretär Miguel Tellado sprach von rund 2000 Kundgebungen in ganz Spanien und forderte erneut den Rücktritt der Regierung und Neuwahlen. In einigen Städten wie etwa in Barcelona oder Bilbao gab es Gegendemonstrationen, bei denen sich die Teilnehmer gegen Rassismus aussprachen. «Kein Mensch ist illegal», war dort auf Transparenten zu lesen.Passend zum Artikel